16 seien und zwar eines schweren Trauma, Man könnte sogar nicht füglich an einen anderen Zusammenhang gedacht haben, wenn nur die Angehörigen irgend etwas von einer schwereren Verletzung zu berichten gewusst hätten. Und eine solche muss doch angenommen werden, da die Ruptur bei einem normalen (nicht atrophischen) Bauch fell schwer genug zu Stande kommt. Dieser Mangel in der Anamnese (so dürfen wir es wohl bezeichnen) bietet darnach überhaupt die wesentlichste Schwierigkeit in der Erklärung des Falles, wir sehen uns aber nach unseren bisherigen Auseinander setzungen gezwungen, ein solches Moment in der Vorgeschichte des Krankheitsfalles als sicher zu vermuthen. Weshalb die Eltern nichts davon wissen, ist immerhin sehr auffallend, dennoch aber nicht ganz unerklärlich. Wie unendlich viele Traumen die Kinder bei ihren Spielen sich zuziehen, ohne dass weitere Notiz davon genommen werde, weiss ein jeder, und dass eine durch ein Trauma unmittelbar bewirkte Ruptur im lig, suspens, hepatis leichter unbeachtet bleiben könne, als jede andere schwere Verletzung, diess ist keineswegs unwahrscheinlich, wenn man bedenkt, dass die Blutung dabei sehr gering sein muss und bei der gänzlichen functioneilen Unwichtigkeit des des lig. Suspensorium die Zerreissung an und für sich auch nicht die geringste Be deutung haben kann. Ein heftigerer Schmerz ist daher wohl das einzige gewesen, welches die Zerreissung begleitet hat, hat er aber nur kurz gedauert, was anzunehmen ist, so kann er darum doch von den Angehörigen unbeachtet vorübergegangen sein. Erst in den nächsten Tagen ünd Wochen nach der Verletzung wird sich die entzünd liche Reizung des Peritoneum mit ihren Folgen ausgebildet haben, die aber nicht ahnen Hess, welche andere Veränderung gleichzeitig im Bauche vorläge. Was die Zeit betrifft, in welcher die Zerreissung entstanden sein mag, so giebt uns darüber der Befund einigen Aufschluss. Es heisst in dem Sectionsprotokoll „es werden dadurch (nämlich durch den isolirten Verlauf des lig. teres) die Dünndarm schlingen in zwei ungleich grosse links und rechts von demselben liegende Packete getheilt,“ Diese Theilung kann offenbar erst nach erfolgter Zerreissung entstanden sein, denn in der Norm liegt das lig, teres vom Nabel aufsteigend hart der Bauch- w^and an, wie oben näher auseinander gesetzt, und nicht zwischen Darmschlingen. Da aber solche Verwachsungen zu grösseren Packeten (und Perforationen) in wenigen Wochen sich bilden können und ein so freier Verlauf des lig. teres doch wohl kaum längere Zeit, etwa einige Monate, bestehen konnte, ohne schwerere Störungen hervor zurufen, so mag wohl die Zerreissung erst in den letzten Monaten vor Eintritt der schwereren Erkrankung entstanden sein. Die ziemlich leichte Trennbarkeit der ein zelnen Darmschlingen an einigen Stellen von einander spricht überdiess für eine solche Auffassung. Hier werden also ohne Zweifel zu verschiedenen Zeiten sich verschiedene Darmschlingen gefangen haben, die Serosa wird entzündlich gereizt worden und die Verklebung zu grösseren Packeten erfolgt sein, nach und nach aber (also im Verlauf