13 Der Zug aber, durch das Trauma unmittelbar ausgeübt am lig. teres zieht auch dieses a Uein kräftig nach unten. Wir werden also nur weiterhin zu erklären haben, wie doch diese zweite Folge des Trauma längere Zeit verborgen bleiben, erst später zu einem ziemlich unklaren Krankheitsbilde führen und schliesslich ein überraschender Leichenbefund werden konnte. Indessen nach dem Wie? interessirt uns zunächst die Frage, wann die Zer- Gissung geschehen sein mag. Die Frage ist schwierig und durchaus nicht mit Sicher heit zu beantworten, da die Eltern von einem Trauma nichts zu berichten wissen und überhaupt die Anamnese gar keinen Anhalt bietet. Wann können sich die ver schiedenen Bedingungen zusammen gefunden haben, etwa schon im intrauterinen Leben oder während der Geburt oder erst im späteren Leben? Was das intrauterine Leben betrifft, so können wir wohl, wenn wir uns nicht ln werthlosen Hypothesen ergehen wollen, von vorn herein die Annahme ausschliessen, dass hier bei der äusserst geschützten Lage des Fötus im Fruchtwasser Schädlich keiten von solcher Bedeutung eingewirkt hätten, ohne zugleich andere schwere Schä digungen sowohl der Mutter als der Frucht mit sich zu bringen. Ueberdiess würde ■Wahrscheinlich, wenn wir die intrauterine Zerreissung einmal annehmen wollen, die Sache selbst schon das Leben der Frucht gefährdet haben. Die vena umbilicalis hat Von ihrem ersten Entstehen an bis zur Geburt eine äusserst wichtige Function und diese Wichtigkeit nimmt zu bis zur Geburt hin. Wäre nun die Gewalteinwirkung längere Zeit vor der Geburt erfolgt, so würde dadurch die vena umbilicalis entweder selbst zerrissen, oder doch durch die Abtrennung vom lig. suspens. in einer Weise verletzt worden sein, welche die Circulation des Blutes in ihr sclrwer beeinträchtigt hätte. Eine Störung des fötalen Kreislaufs an dieser Stelle aber wäre nur allzuleich^ tödtlich geworden. Das Kind ist aber ausgetragen, nach Angabe der Mutter recht- zeitig geboren worden und es ist diess mindestens ein Beweis, dass keine erhebliche Störung des fötalen Kreislaufs dagewesen ist. Ganz anders verhält es sich mit der Geburt. Einen so grossen Wechsel in sämmtlichen Lebensbedingungen, wie ihn der kindliche Organismus bei der Geburt erfährt, erfährt der Mensch niemals wieder. Zahlreiche äussere Gewalten, sowohl von Seiten der mütterlichen Geburtswege, wie von Seiten der Hebeammen oder des Arztes, wirken auf den zarten Körper des Kindes ein, ohne dass man berechtigt wäre, in normal verlaufenden Geburten von unnöthigen Schädigungen des Kindes zu sprechen. Lei Geburten aber, die irgendwie Kunsthülfe erfordern, können leicht diese oder jene Manipulationen von Seiten der Hebeamme u. s. w. dauernde Schädigungen zur Folge haben. Wenn nun auch unseres Wissens eine Ruptur, wie die bei unserem Knaben, überhaupt niemals, also auch nicht als unter der Geburt entstanden, bekannt geworden 18 L so schien es doch nicht überflüssig, hierauf bezügliche Fragen an die Eltern und die Hebeamme zu stellen. Indessen diese ergaben negative Resultate. Die Mutter