IV Keiser und Mattheson der Entwickelung der nationalen Oper eine "länzende Anfangs- • i . *• Ö ö periode verlieh. Haendels ist schon gedacht worden; so braucht nur noch auf Ph. E. Bach hingewiesen zu werden — den berühmtesten Sohn eines berühmten Vaters, dessen Einfluss auf die musikalischen Bestrebungen seines Jahrhunderts im engeren Kreise seiner Landsleute so mächtig wirksam war, dass ein Zeitgenosse enthusiastisch ausrufen durfte: ,,Alles ist in Hamburg Sang und Klang; die grössten Virtuosen treten auf und werden fürstlich belohnt, die Dilettanten heben sich zur Meisterschaft.“ Es dürfte sonach kaum befremdlich erscheinen, wenn Jemand sich angeregt fühlt zu untersuchen, wie die späteren Geschlechter das von der Vorwelt ausgestreute Samenkorn gepflegt haben, welche Stellung die Wissenschaft der Aesthetik der Musik anweist und welche Geltung diese Kunst innerhalb des Cultur- und Geisteslebens unserer Nation gegenwärtig besitzt. Diese Aufgabe lag dem Verf. um so näher, als derselbe von Jugend auf musikalische Anregungen in sich aufgenommen hat: zuerst durch den Nachlass des Vaters, eines wackern Clavier- und Orgelspielers, dann durch freundliche Fürsorge welche Albert Methfessel dem Knaben widmete, endlich durch mehrseitig empfangenen Unterricht von gediegenen Lehrern. Ueberhaupt dürfte die Theilnahme an dem Gegenstände von keinem Gebildeten abzuweisen sein, denn grade in neuester Zeit sehen wir auf -musikalischem Gebiet ein Für und Wider der Anschauung so hitzig verfochten, dass es fast unmöglich scheint, diesen Fehden gegenüber gleichgiltig zu bleiben. Auch Verf. wurde von dem Streben geleitet, sich in dieser Angelegenheit ein eigenes Urtheil zu bilden. Die Re sultate dieses Strebens sind auf den nachfolgenden Blättern niedergelegt. Wenngleich nun in diesen Ausführungen die Materie völlig erschöpfend nicht behandelt sein kann — dazu wagt Verf. sich die geistige Kraft in ausreichendem Masse nicht zu vindiciren! so haben doch weder Lust und Liebe, noch Erfahrung gänzlich gemangelt, in den Stoff einzudringen. An literarischen Hilfsmitteln verwendet wurden folgende Werke : d’Alembert, Elemens de musique, suiv. les Principes de Rameau. Lyon 1779. Al sieben, Geschichte der Musik, Berlin 1862. Aristoteles Politik, deutsch von Garve, Breslau 1799. idem, deutsch von Stahr, Stuttgart 1860. Ast, Platons Leben und Schriften, Leipzig 1816. Berlioz, traite d’instrumentation et d’orchestration moderne, Paris 1844.. Brendel, Geschichte der Musik, Leipzig 1855. Böhme, Das Oratorium, Leipzig 1861. Benard, de la Philosophie dans l’education classique, Paris 1862. Bouterwek, Aesthetik, Göttingen 1815. des Cartes, Musicae compendium, Amstelodami 1556. Danzel, Ueber die Aesthetik der Hegelschen Philosophie, Hamburg 1844. Eckermann Gespr. mit Goethe, Leipzig 1837 und Magdeburg 1848.