obiger Constante a schliessen wir mithin einen homogenen starren oder flüssigen Leiter in ein passendes Kalorimeter ein, untersuchen diesen auf seinen Widerstand und messen nun mit genauer Beobachtung der Zeit bei Anwendung einer angemessenen, ebenfalls genau angegebenen Strom stärke, die Wärmezunahme der Kalorimeterflüssigkeit. .Da, wie schon erwähnt, Joule’s Versuche nur oberflächlich waren, so können diese weniger zur Berechnung jener Constante herangezogen werden als die später von Lenz gelieferten. E. Becquerel lieferte um dieselbe Zeit eine grössere Arbeit über diesen Gegenstand und zwar stellte er zuerst das Gesetz für flüssige Leiter fest; allein seine Angaben über die Maasseinheiten sind nicht zu vergleichen mit den Lenz’schen, da er nur das Gesetz an sich zu verificiren suchte.- Obschon nun später noch von Quintus Jcilius sehr genaue Versuche über den numerischen Werth der Con stante veröffentlich sind, die, fast ganz genau mit dem von Clausius theoretisch berechneten Werth übereinstimmen, so entschloss ich mich dennoch diesen interessanten Theil des Galvanismus zu untersuchen, besonders da die Lenz’schen Versuche einen sehr abweichenden Werth ergeben. Die Schwierigkeit, Experimente dieser Art mit sehr bescheidenen Mitteln ohne weitere Hülfe anzustellen möge bei Beurtheilung dieser als Inauguraldissertation gelieferten Arbeit in Be tracht gezogen werden, obschon mir mit der grössten Humanität die zu diesem Zwecke vorhan denen Apparate des physikalischen Instituts vom Director desselben überlassen wurden, wofür ich hiermit meinen innigsten Dank ausspreche. Eine Hauptschwierigkeit bietet die Berücksichtigung der während des Versuchs vom Kalorimeter durch Strahlung und Leitung entweichenden Wärme. E. Becquerel schloss die als Leiter dienende, auf ihren Widerstand geprüfte Versuchspirale in eine mit Alkohol gefüllte kleine 1 Flasche und liess den Strom einer Volta’schen Kette, dessen Stromstärke durch ein eingeschaltetes Voltameter gemessen wurde, so lange hindurchfliessen bis die Abkühlung des Gefässes an die Umgebung ebenso gross war, als die durch den Strom zugeführte Wärme, also bis die Tempe ratur constant geworden war. Hierauf öffnete er die Kette und beobachtete nun in kurzen auf einanderfolgenden Zeitmomenten die Erkaltungstemperaturen, denn diese sind nahe gleich den Wärmezuschüssen derselben Zeitintervalle vor der Constans des Kalorimeters. Durch diese Beobach tungsmethode findet er die vom Strom gelieferte Wärmemenge folgendermassen. Sei M. die Masse des Kalorimeters (für Glas und Spirale ist ein entsprechender Wasser- oder Alkoholwerth zu setzen), a die stationäre Temperatur, t die Zeit bis zu welcher der Apparat auf die Temperatur b abgekühlt ist, c die Temperatur der Umgebung, so ist mit Berücksichtigung der Newton’schen Abkühlungsformel, welche für geringe Temperaturunterschiede als genügend genau betrachtet werden kann b ~ C wo a—c und /i Constanten des Apparates sind. Wird b—c gleich x n — r ti, 1 Ann. dechim. et de phy. 1843. TIX. p. 21. gesetzt, so ist x = (a — c) y und differenziirt -—- x t (a—c) fj, 1 f.« gleich der Abkühlungsgeschwindigkeit, in welcher t gleich Null gesetzt werden muss, also — b * — (a—c) 1 ^ 1 ^ ist aber nach der ersten Gleichung ~ 1 mithin - -p^- == V = (a — c) * 1 ^ C gleich der Wärmeabgabe in der Zeit t für die Masse 1. Folglich für die Masse M, ,, MV = M (a — c) |l (a — c) —, 1 (b — c)j mod. Diese Art der Wärmebestimmung leidet offenbar an der Schwierigkeit, die constante Temperatur des Kalorimeters zu beobachten, dann aber auch an der Unbequemlichkeit, ja bei grösserer Stromstärke an .der Unmöglichkeit, den Versuch so lange andauern zu lassen, dass überhaupt die Constans des Apparates erreicht wird und drittens an dem leicht eintretenden Mangel, die Abkühlungszeiten nicht genau beobachten zu können. Lenz benutzte desshalb, um die . ■ . T’TWI'« - - mm ,V: