änderung der Linse.*) Ein Auge, dem die Linse genommen ist, kann in dieser Weise also nicht accommodiren. Sollte dennoch eine Accomodation zu Stande kommen, so müsste die Wirkung des Ciliarmuskels sich entweder auf die tellerförmige Grube oder auf die Hornhaut erstrecken. Eine Wirkung auf die hintere Linsenkapsel und damit auf eine Veränderung der tellerförmigen Grube wird durch die Versuche ausgeschlossen, welche wir bei einer Person anstellten, deren tellerförmige Grube durch Discision zerstört war und welche trotzdem eine grosse scheinbare Accommo- V dationsbreite besass. Förster lässt am Schluss seiner Abhandlung die Frage offen: „Sollte bei eintretendem Linsendefect ein Accommodationsvorgang in manchen Augen sich dadurch ausbilden können, dass der Musculus ciliaris eine Verstärkung der Hornhautkrümmung hervorbringen lernt!?“. Nachdem ich gefunden, dass ich nach völliger Lähmung meines Ciliarmuskels dufch Atropinisirung dessen mögliche Wirkung auch auf die Hornhaut ausgeschlossen habe und trotzdem in Stande war, wie die Aphakischen in einer gewissen Breite die feinsten Snellen’chen Buchstaben zu lesen, glaube ich auch berechtigt zu sein diese Möglichkeit auszuschliessen. Eine andere Untersuchung ergab, dass in dem Vermögen der Aphakischen, die Snellen’schen Buchstaben in grösserer Breite zu lesen, keine Aenderung eintritt, wenn das Auge auch stark atropinisirt ist. Mehr Licht fiel auf unsere Untersuchung, als ich jetzt durch sehr starke Atropinisi rung meine Accommodation lähmte und dadurch zu folgendem Resultat gelangte. Ich besitze H= Yso, S = 20 /is. Nachdem ich einige Tage reichlich Atropin in mein 1. A. geträufelt hatte, prüfte ich auf etwaiges Accommodationsvermögen und fand, dass ich mit + 30 im Stande war Sn. 15 auf 20' zu lesen. Wurde — 120 vorgehalten, so konnte ich nur einige Buchstaben an der Gestalt erratben, mit — 60 verschwand auch dieses Vermögen. Denselben Versuch machte ich mit den Burchard’schen Puncten (16'). Ich näherte mich denselben, bis ich mit + 30 dieselben laut auf zählen konnte. Dieses konnte ich in einer Entfernung von IS', mit — 120 war es mir nicht mehr möglich dieses zu thun. — Jetzt stellte ich die Untersuchung für die Nähe an, in gleicher Weise, wie es mit Aphakischen geschehen und fand, dass ich wie jene Sn. U/H von 16 bis 38 Cinm. lesen konnte. Ich bediente mich dazu des Convexglases Nr. 11. Nahm ich jetzt aber statt der Snellen’schen Buchstaben die Burchard’schen Puncte, so fand ich dass mit der Grössenabnahme derselben der Raum, in dem ich sie lesen konnte, ebenfalls abnahm und als Grenze constatirte ich die Puncte 2272“ nur in 2OV2 Crnm. deutlich lesen zu können , in 20 und 21 Cmm. war es mir nicht mehr möglich, ebensowenig, als ich die stenopaeische Lorgnette von 1 mm. Weite, deren ich mich bediente, durch eine etwas grössere ersetzen wollte. — *) Donders ]. c. p, 18 ff.