5 Von dionysischen Anklängen werden gestreift und hier und da durchzogen die Sagen von Theseus, dem Repräsentanten der Vereinigung aller zwölf Phratrieen der attischen Landschaft zu einer staatlichen Gesammtheit. Ob dies auf einmal und "’ann es geschehen ist, geht uns hier Nichts an. Noch früher erfolgte durch Hinzu tritt der Tetrapolis im nördlichen Attika die Einführung der apollinischen Religion (vgl. Curtius Gr. Gesch. I. 246 f. Mommsen Heortol 51). Es konnte nicht ausbleiben, dass der Einzug des Pythischen Gottes zugleich seinem Schutzgenossen den Weg bahnte, wenn auch langsam. Hiess doch einer jener vier Orte sogar Oinoe, wodurch Weincultur und Bacchusdienst verbürgt ist. Der kretische Zug des Theseus namentlich steht unter dem Schirm Apollons. Iin Delphinion zu Athen weiht Theseus vor seiner Abfahrt im Namen der Sendlinge dem Apollo Delphinios, dem auch dort verehrten Schiffergott von Chalkis (Gerhard Mythol. § 301, 2. 302. Mommsen Heortol. 1. 48: vgl. Schömann opusc. I 344), die Wollumwundenen Oelzweige (Plut. Thes. 18. Mommsen Heort. 398 f.); er bringt dem Apollo euhus, sowie der Artemis ovXict Gelübde für glückliche Heimkehr (Pherecydes fr. 106 M.) und löst dieselben nach seiner Zurückkunft durch Stiftung der Pyane- psien; der delphische Gott befiehlt ihm, als Führerin auf der Fahrt Aphrodite (die phönizische Göttin der Seefahrer) anzurufen (Plut. a a. 0.), und auf Delos weiht er dem Apollo das uralte dädalische Bild der Kypris *). ln das Verhältnis des Theseus zur Ariadne aber greift Dionysos bekanntlich sehr bedeutend ein (s Höck Kreta II Hl d)- Sie wird nach der Nekyia (321) auf 1ha (Naxos) von Artemis getödtet Alovvaou auf das Zeugniss des Dionysos bin, dass sie nämlich im Bezirk seines Tempels sich mit dem Geliebten verbunden habe. Die Theogonie (947 ff.) dagegen berichtet, dass jener die Tochter des Minos zu seiner Gattin gemacht habe. Ein Schriftsteller über Kreta (‘qui Cretica conscripsit’ Hygin astron. II 5) Hess diese Vereinigung bereits auf Kreta geschehen; die Naxier nahmen diese Ehre für ihre Insel in Anspruch (Diodor IV 61), während Andere ihr nur einen Priester des Gottes auf Naxos, mit dem durchsichtigen Namen Oinaros, zum Gemahl gaben (Plut. Thes. 20) Von Iheseus hatte sie nach attischer Sage zwei Söhne, Oinopion und Staphylos (Plut. a. a. ().); im jüngeren Dionysostempel zu Athen aber war ausser Anderem folgendes Gemälde: Ariadne im Schlaf, Theseus ab segelnd, und Dionysos kommend, um Ariadne zu entführen (Paus. 1 20, 3), natürlich Von Naxos. Ein ähnliches von Polygnot in der delphischen Lösche stellte dieselbe auf einem Felsen sitzend dar und wie Dionysos, mit grossem Gefolge zu Schiffe her angekommen, sie dem Theseus entriss (Paus. X 29, 4). Man sieht, dass man in Athen wie in Delphi die Dazwischenkunft des Dionysos, wodurch die Heimführung ') Dicaearch bei Plut. Thes. 21, Pausan. IX 40, 4. Ueber das alte Verhältnias Athens zum delischen Apollon s. Mommsen Heortol. 50; vgl. Gerhard Myth. § 305, 7.