7 Vogel*) nimmt eine erhöhte Erregbarkeit des Herzens und der Gefässe an, Welche sich bei der geringsten Anstrengung und bei den geringsten Gemüthsbewegungen ln Herzklopfen etc. äussert. Letzteres kann dauernd werden, wenn sich seröse ple thora gebildet hat. Die unregelmässige und verstärkte Herzaction bewirken oft ple thora ad vasa und Unregelmässigkeiten des Blutlaufs, Congestionen nach verschiedenen Körpertheilen. Sie soll (d. Action d. H.) bei längerer Dauer ein organisches Herzleiden (Hypertrophie und Dilatation der Ventrikel) nach sich ziehen können. Wunderlich**) bemerkt dagegen, dass aus den heftigen und immer wieder kehrenden chlorotischen Palpitationen vielleicht auch aus einer Erschlaffung des Herz fleisches und passiver Ausdehnung der Herzräume häufige Hypertrophien und Dila tationen des Herzens entstehen. Eine anatomische Veränderung des Herzens könnte man in vielen Fällen nicht diagnosticiren. Die Folge einer hinzugetretenen Herz krankheit sei die, dass die chloVotischen Beschwerden gesteigert würden. Bamberger***) ist der Ansicht, dass die Erschlaffung des Herzens mit nachfolgender Erweiterung sehr häufig schweren Allgemein-Krankheiten, namentlich aber solchen näch tigt, welche mit Erscheinungen von Blutdissolution einhergehen. Ebenso entwickeln 8 *e sich bei chronischen Allgemein-Krankheiten, wie hochgradigen Chlorosen und Anae- mien etc. An einer anderen Stelle p. 89 bemerkt er, dass unter Umständen bei hoch gradiger Hydraemie eine massige Erweiterung des rechten Herzens mit Verstärkung des zweiten Pulmonaltons angetroffen wird. Friedreich p. 298 stimmt mit Bambergers Ansicht nicht nur überein, sondern führt dieselbe noch weiter aus, indem er sagt, die Dilatation bei hochgradiger Chlorose e ntstände „durch eine Verminderung des vitalen tonus, durch eine Art von Erschlaffung Uri( l Schwäche der Herzsubstanz oder durch einen in Folge feinster moleculärer und unsichtbarer Ernährungsstörungen bedingten Zustand von Erweichung und Gohäsions- Ve nninderung des Herzfleisches.“ Er nimmt also an eine absolute Verminderung der Widerstandsfähigkeit des Herzmuskels, gegenüber dem normalen oder unter Umständen gesteigerten Seitendruck des Blutes, somit innerhalb der Muskulatur selbst gelegene Ursachen. Starkf) lässt die Vergrösserung der Herzdämpfung aus einer einfachen Er schlaffung der Muskulatur des ganzen Herzens hervorgehen. Eine relative Insufficienz s °i desshalh nicht als Ursache anzunehmen, weil dieselbe aus einer fettigen Degene- *). Virchow, Handbuch der speciellen Pathologie und Therapie I. p. 435. Störungen der Blutmischungen von Vogel 1854. **) Lehrbuch der Pathologie und Therapie von Wunderlich. 4. Bd., 2. Auflg. p. 534. 1856. ***) Bamberger, Lehrbuch der Herzkrankheiten. Wien 1857, p. 319. F) Archiv für Heilkunde, Wunderlich, Roser, Griesinger. Vierordt, 4ter Jahrgang. Vergrösserung des Herzens bei Chlorosis von Dr. Theod. Stark.