13 Störungen des Gehörapparates oder des Geruches sind in der mir zugänglichen Literatur nirgends beschrieben. Man wird also die Ursache der Sinnestäuschungen auf diesen Gebieten central suchen müssen. Etwas anders liegt es vielleicht, wenigstens zum Theil mit den tactilen Hallucinationen und Illusionen, bei deren Zustandekommen sicher Parästhesien eine nicht unerhebliche Rolle spielen dürften, wenn auch eigentliche Sensibilitätsstörungen im Delirium nichts Wesentliches dar stellen. Durch Neuritiden bedingte Gefühlslähmungen kommen vor, wie überhaupt bei Trinkern, sie haben jedoch nichts für das Delirium Charak teristisches und finden sich nur in einem beschränkten Theil der Fälle. Allerdings ist es richtig, dass Deliranten eine ganz erstaunliche Gleich gültigkeit und Unempfindlichkeit gegen Verletzungen, selbst schwerer Art, an den Tag legen, es handelt sich aber dabei, wie von verschie denen Seiten schon betont, lediglich um eine psychische Anästhesie in Folge der mangelnden Aufmerksamkeit. Gelingt es aber, diese zu fesseln, so lässt sich leicht nachweisen, dass die einzelnen Gefühlsqualitäten im Grossen und Ganzen intact sind, ja, dass eher eine Ueberempfindlich- keit gegen Schmerzreize besteht und häufiger ist als eine Abstumpfung derselben. 43 Fällen mit Hyperalgesie der Haut standen 16 Hypalge- tische gegenüber, wobei noch zu berücksichtigen bleibt, dass bei diesen vielleicht doch noch möglicherweise mangelhafte Aufmerksamkeit mit im Spiele war. Neben den Sinnestäuschungen verlangt der Verlust der Orien- tirung und seine Ursachen ein besonderes Interesse. Im vollentwickel ten Delirium sehen wir die Kranken wohl fast ausnahmslos über Ort und Zeit im Unklaren, und zwar für die ganze Frist seit Eintritt des Anfalles und zum Theil auch noch für einen Theil des Vorstadiums. Dagegen erhält man durchweg gute Auskunft über die früheren Be gebenheiten. Als Grund des weitgehenden Ausfalles der Orientirung sind in erster Linie erhebliche Störungen der Aufmerksamkeit und der Merkfähigkeit zu betrachten. Die Kranken sind so mit sich und ihren Sinnestäuschungen be schäftigt, dass sie von der thatsächliehen Umgebung so gut wie gar keine Notiz nehmen. Die wirklichen Vorgänge um sie herum kommen ihnen gar nicht zu Bewusstsein, so lange man sie sich selbst überlässt. Allerdings gelingt es in den meisten Fällen von einfachem Delirium, die Kranken wenigstens zeitweise aufzurütteln und zu fixiren, aber auch hierbei bemerkt man sofort, wie sie wieder versinken, sobald man sie nicht dauernd ermuntert. Tiefe Benommenheit und Unbesinnlichkeit sollen nach Bonhoeffer (13) und Kraepelin (71) nur nach epilepti schen Anfällen auftreten. Dass man die Aufmerksamkeit aber beliebig