5 Zur vergleichenden Anatomie des Zentral zylinders der Papilionaceen-Keimwurzel. Von Erich Petersen, Kiel. Die bisher vorliegenden Resultate der Wurzelanatomie haben gezeigt, daß bei einer gewissen Gleichartigkeit doch bemerkens werte Unterschiede sowohl zwischen einzelnen Arten einer Gattung wie zwischen einzelnen Gattungen einer Familie zu Tage treten können. Es wäre nun von besonderem Interesse, zu untersuchen, inwieweit solche Verschiedenheiten bei den Keim wurzeln, und zwar schon im primären Wachstumsstadium, innerhalb einer Pflanzen gruppe Vorkommen. Allerdings sind die Lebensbedingungen, unter denen sich die Keimung abspielt, verhältnismäßig gleichförmig. Ebenso herrscht im ganzen anatomischen und morphologischen Aufbau bei den Keimpflanzen eine gewisse Gleichförmigkeit. Beides sind Umstände, die inbezug auf die anatomische Struktur der Keim wurzeln weitgehende Differenzen nicht erwarten lassen. Auf der anderen Seite ist ein Vergleich zwischen den jungen Keimwurzeln insofern leicht durchführbar, als Unterschiede, wie sie sich im späteren Alter zwischen den Wurzeln einer und derselben Pflanze bemerkbar machen können —eine Erscheinung, auf die Tschirch (20) zuerst hingewiesen und als Heterorhizie beschrieben hat —, hier gänzlich in Wegfall kommen 1 ). In dieser Arbeit soll nun ein Vergleich zwischen den am Ende des primären Stadiums befindlichen Keimwurzeln der Papilionaceen angestellt werden, wobei jedoch im Wesentlichen nur der Zentral zylinder berücksichtigt werden wird. Die Wahl dieser Pflanzengruppe erschien insofern vorteilhaft, als das Vorkommen von primären Bastfasern und von Calcium- oxalat-Kristallen in den Keimwurzeln mehrerer Papilionaceen be kannt war. Namentlich die erste dieser beiden Eigenschaften, •) Neuerdings hat Wildt (25) die Heterorhizie auf künstliche Weise auch in den Keimwurzeln hervorrufen können, ein Beweis, daß sie — zum Teil wenigstens — auf äußeren Faktoren beruht.