212 III. Die neue Zeit. E. Brandenburg-Preußens Emporwachsen. größere und kleinere Gebietsteile, freie Reichsstädte und Grafschafte" durcheinander. Als Reichsoberhaupt vermochte der Kaiser weder ein Bündnis zu schließen, noch Krieg zu beginnen, wenn nicht ei" Beschluß des Reichstages vorlag. Die Verhandlungen desselben aber waren furchtbar schleppend. Die Beratungen über die Aus' schreibung von Reichssteuern oder Aushebung von Reichstrupp"" zog sich meistens so sehr in die Länge, daß, bevor man noch einem Beschluß gekommen war, der Feind oft schon mitten im Land" stand. Somit wäre Deutschland zu einer dauernd unbedeutende" Stellung in Europa herabgesunken, wenn nicht mit dem Versa" der deutschen Macht zugleich das Emporblühen des kleinen brande»' burgischen Staates seinen Anfang genommen hätte, der ras« aus der Zerrüttung sich aufrichtete, in dem ein weises Regimes mit bürgerlicher Arbeit und kriegerischer Kraft zusammenwirkte, um dem daher die Aufgabe vorbehalten war, Deutschland" politische und sittliche Hebung wieder herbeizuführe"■ Von jetzt an tritt darum^Brandenburg völlig in de" Vordergrund der deutschen Geschichte. E. Wrandenöurg-H'reußerls Emporwachsen. 1. Brandenburg unter den Kurfürsten aus dem Hause HohenMern. Nachdem Friedrich I. von Hohenzollern in der Mark Bra»' denburg Ruhe und Ordnung hergestellt hatte, hob sich der Woh^' stand derselben zusehends. Sein Sohn und Nachfolger, Friedrich M' (1440—1470), setzte das vom Vater begonnene Werk fort. beiden damals schon bedeutenden Schwesterstädte Berlin um Köln a. d. Spree lehnten sich wiederholt gegen die kurfürstlich" Gewalt auf. Friedrich demütigte sie durch strenge Strafen, w^ ihm den Beinamen „Eisenzahn" einbrachte, und errichtete zwisch"" den beiden stets uneinigen Orten eine feste Burg (die Grundlage des jetzigen kaiserlichen Schlosses). Damit wurde Berlin di" Hauptstadt des Landes. Gleichfalls machte er sein Herrsch""' recht dem verwilderten Adel gegenüber geltend. Durch Kauf bracht er Tejle der N i e d e r l a u s i tz und von dem deutschen Ritterorde» die Neu mark, die unter den Luxemburgern dem Kurfürstentiu" verloren gegangen waren, wieder an sich. Da er kinderlos starb, würd" sein Bruder, Albrecht Achilles (1470—1486), sein Nachfolger, de" bis dahin die fränkischen Besitzungen regiert hatte, einer der fl" ! waltigsten Fürsten seiner Zeit. Er führte seinen Beinamen weg"" seiner gewaltigen Körperkraft und seines ritterlichen Heldenmutes/