Herkules. 13 5. Herkules. Seine Jugend. Der größte Held aus der griechischen Sagengeschichte ist Herkules. Als Kind lag er nicht in einer Wiege, sondern in einem Schilde. Einst wollten zwei Schlangen in den Schild kriechen und den Knaben todten. Dieser aber hatte solche Kraft, daß er sie mit den Händen erdritckte. Herkules am Scheidewege. In seinen Jünglingsjahren traten ein mal die Göttinnen der Tugend und des Lasters zu ihm, und jede suchte ihn zu bewegen, ihr zu folgen. Herkules folgte aber dem Rufe der Tugend und ließ sich von ihr auf den mühsamen Weg der Arbeit und Gefahren ftihren, wodurch er jedoch später Ehre und Ruhni erntete. Die 12 Arbeiten. Einst wurde er krank und verfiel in Wahnsinn. In der Raserei tödtete er seine eigenen Kinder. Um diese Frevelthat zu sühnen, mußte er dem Könige Eurystheus rm südlichen Griechenland dienen. Eurystheus übertrug ihm zwölf Arbeiten, welche Herkules alle ausführte. — 1) Zunächst tödtete er den n einmischen Löwen, welcher bisher die Gegend von Nomea verwüstet hatte und trug fortan das Fell desselben als Siegeszeichen. — 2) Hierauf hieb er dcrHydra oderSchlange vonLerna ihre neunKöpfe ab. Da letztere aber immer wieder von neuem wuchsen, sobald sie abgeschlagen waren, so bedeckte Jolaus, der Genosse des Herkules, die frischen Wunden mit Feuer bränden, daß kein Haupt mehr emporwachsen konnte. 3) Jetzt fing er einen Hirsch mit goldenem Geweih, nachdem er ein ganzes Jahr hinter dem Thier hergelaufen. 4) Dann fing Herkules den erymantischen Eber, welcher auf denr Berge Erymanthus große Verheerungen anrichtete. Der Held brachte das Thier lebendig zu Eurystheus. 5) Nun reinigte er den Stall des Königs Augias, iit r welchem seit vielen Jahren der Dünger lag, in einem Tage. Er leitete nämlich einen Fluß durch den Stall, wo durch der Unrath m kurzer Zeit weggespült wurde. 6) Darauf verjagte er die st y mp Hali - scheu Vögel. Diese hatten eherne Schnäbel, Flügel und Krallen und schleppten Menschen und Vieh weg. 7) Alsdann fing Herkules den wilden Stier von Kreta, welcher bis dahin mit seinen furchtbaren Hörnern viele Menschen und Thiere Kamps mit d-m Löwe», niedergestoßen hatte. 8) Jetzt holte Herkules die Rosse des Königs Divmsdes aus Thracien, welche mit Menschenfleisch ge füttert wurden und außerordentlich stark waren. Er warf den grausamen Diomedes seinen eigenen Pferden vor, bändigte darauf dieselben und führte sie zu Eurystheus. 9) In Kleinasien besiegte er die Amazonen, ein Volk kriegerischer Weiber, er beutete von deren Königin den goldenen Gürtel und brachte denselben der Tochter des Eurystheus. 10) Nun sollte er die Rindcrheerde des dreiköpfigen Riesen Gereon von einer Insel holen. Auf der Reise dorthin kam Herkules an die Straße von Gibraltar und pflanzte daselbst die beiden Denksteine auf, welche man im Alterthum die Säulen des Herkules nannte. Als er endlich zur Insel gelangte, erschlug er die Hüter der Rinder und führte die Heerde zu Eurystheus. 11) Nun brachte er die goldenen Aepfel der Hesperiden aus Afrika, welche von eineni hundertkövfigen Drachen bewacht wurden. Bei dieser Gelegenheit mußte er für den Riesen Atlas das Himmelsgewölbe tragen, während der Riese die Aepfel herbeischaffte. 12) Endlich holte Herkules den dreiköpfigen Höllenhund Cerberus aus der Unterwelt. Als Eurystheus das furchtbare Thier erblickte, erschrak er gewaltig und beruhigte sich erst, als Herkules den Cerbcnis wieder in's Schattenreich brachte. erkules wieder ein luß. Der Centaur Herkules Ende. Nach diesen 12 Arbeiten war freier Mann. Einst kam er mit seiner Frau an einen Nessus, ein Wesen, das oben Mensch und unten Pferd war, erbot sich, die Wanderer überzusetzen. Als aber der Centaur der Frau ein Leid anthun wollte, erschoß Herkules chn mit einem Pfeile. Der sterbende Nessus aber sprach zu dem Weibe: Nimm etwas von meinem «ns der Wunde strömenden Blute und