12 Bilder «uä dem Alterthum. Griechenland und die Griechen. und an ein Reich der Finsterniß oder des Bösen unter Ahriman. Als Sinn bild des Ormuzd verehrten sie die Sonne und das Feuer. Beide Reiche dachten sie sich im Kampfe, bis einst das Reich des Lichtes den Sieg davon tragen würde. Die Menschen sollten an diesem Streit Theil nehmen und durch Bebauen der Erde, durch Ausrottung der schädlichen Pflanzen und Thiere, sowie durch Reinheit der Gesinnung und der Thaten das Reich des Bösen bekämpfen. Die Sünden der Menschen rührten von der Einwirkung böser Geister her. Die Priester oder Magier waren der einflußreichste Stand und standen als Rath eber dem Könige zur Seite. Letzterem aber wurde als Stellvertreter Gottes ie demüthigste Verehrung gezollt. N->4 Stahlberg und Weber. 4. Griechenland nnd die Griechen. Das alte Griechenland bestand aus 3 Theilen: 1) Nordgriechenland mit den Provinzen Thessalien und Epirus; 2) Mittclgriechenland oder Hellas mit den Städten Thöbcn, Platää, Leuctra, Chäronea, Delphi und Athen (letzteres in der felsigen Landschaft Attika); 3) Peloponnes (jetzt Morea) im Süden mit den merkwürdigen Orten Korinth, Olympia und Sparta. Die Landenge von Korinth verbindet Mittelgricchen- land mit dem Peloponnes. Creta (Cypern), Salamis und lthaka sind nennenswerthe Inseln. Unter den Bergen merken wir den Olpmp in Thessalien sowie den Parnaß und Helikon in Hellas. Bildung und Religion. Die Griechen warm das gebildetste Volk des Alterthums. In der B ildhanerkunst und Malerei hatten sie die größten Meister. Dichtkunst, Musik und überhaupt die Wissenschaften wurden eifrig gepflegt. Noch heute dienen uns ihre Werke zum Muster. Als Beherrscher des Himmels und als König der Götter und Menschen wurde Heus verehrt. Von andern Göttern und Göttinnen merken wir: Athene, die Göttin der Weisheit und des Krieges, Apollon, den Gott der Weissagung und Musik (Sonnengott), Artemis, die Göttin der Jagd, Poseidon, den Gott des Wassers, Pluto, den Gott der Unterwelt. Der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele war allgemein verbreitet. Man glaubte, die Frommen kämen nach dem Tode in das Elysium, wo sie nach irdischer Art in Glückseligkeit lebten, die Bösen dagegen wurden in den Tartarus (Unter welt) verstoßen und hätten Qualen aller Art auszustehen. Orakel. Man meinte, daß die Götter den Menschen an einzelnen Orten die Zukunft offenbarten. Diese Mittheilungen der Götter, welche durch die Priester gedeutet wurden, nannte man Orakel. Am berühmtesten war das Orakel zu Delphi. In dieser Stadt stand der prachtvolle Tempel des Gottes Appollon. Darin saß eine Priesterin auf einem goldenen Dreifuß und weissagte denen, die den Gott befragten. Freilich wurden die Orakelsprüche imnier so in Dunkel gehüllt, daß ein verschiedener Sinn möglich war, wie wir dies schon bei Krösus kennen lernten. Die Geschenke, welche für diese Aussprüche dem Gott gebracht wurden, waren oft von hohem Werthe. Griechische Spiele. Zu bestimmten Zeiten feierten die Griechen gemein- ame Volksfeste. Solche wurden regelmäßig alle 4 Jahre bei der Stadt Olympia gehalten. Die Kampfspieie, welche hier stattfanden, nannte man olympische Spiele. Letztere bestanden im Wettlauf, Ringen, Faustkampf, Springen, Werfen mit metallenen Scheiben, Pferde- und Wagenrennen. Den Siegern wurde ein Kranz von Oelzweigcn auf's Haupt gesetzt, und dies war für einen Griechen die höchste Ehre.