21 Bezüglich der Technik wäre vorwegzunehmen, daß die evakuierten Teile erst in Formal, dann in Formalin, sodann in Alkohol von steigender Konzentration gebracht wurden. — Die Einbettung geschah in Paraffin. Als Färbemethode bewährte sich am besten die von NicoIle angegebene Carbolthioninfärbung. Es braucht wohl kaum noch darauf aufmerksam ge macht zu werden, wie sehr natürlich die Methode der Eva- kuation die normalen Verhältnisse — so w'eit bei diesem Bulbus von solchen überhaupt noch die Rede sein konnte — bat verändern müssen. Immerhin ist es doch möglich, sich ein Bild von den Vorgängen im Augeninnern zu machen. Die Coniunctiva zeigte sich fast überall an ihrer Ober fläche des Epithels beraubt; nur an einzelnen Stellen waren noch Reste zu sehen. An der Stelle des alten Ulcus ist die Coniunctiva enorm verdickt, sie besteht hier aus lockerem, ödematös durchtränktem, von vielen stark erweiterten Ge fäßen durchzogenem Bindegewebe, das in seinen tieferen Schichten zum Teil von dichten Leukocytenbaufen infiltriert ist. Um die meisten Gefäße herum liegen deutliche Mäntel von Leukocyten; an einzelnen Stellen bilden diese geradezu absceß-ähnliche Ansammlungen. Die Pf eiff er'sehen Bacillen konnten in der Coniunctiva (im Schnitt) nicht nachgewiesen werden. Die Cornea weist nur sehr spärliche leukocytäre In filtrationsherde auf. An der Stelle des alten Prolapses liegt eine^an ihrer breitesten Stelle nur ca. 0,3 mm dicke Narbe, die die Struktur der Coniunctiva oder Cornea nicht mehr erkennen läßt; sie ist von weiten Spalten und unregelmäßig geformten Lücken durchsetzt. Von der Iris sind nur noch Reste vorhanden, die mit der Corneal-Narbe untrennbar verwachsen sind. In den Irisresten finden sich noch stark erweiterte Gefäße. Ebenso ist der Ciliarkörper stark hyperämisch. Hinter der Iris liegt eine 0,3—0,4 mm breite Zone eines fibrinösen, nur von wenigen Leukocyten durchsetzten Exsudates, an das sich ein dicker Absceß anschließt. Die pars ciliaris retinae und die darunter liegenden