38 Reaktion stets um etwas mehr beschleunigt, als der Rechnung ent spricht. Es ist aber sehr auffallend, dass diese nicht geklärte Ab weichung nicht allein bei der Hämase, sondern auch bei dem Pla- tinsol (B r e d i g) zur Beobachtung kommt. 3. Verändert man umgekehrt bei konstanter ERC^-Konzentra- tion die Platin- resp. Hämasemenge, so gilt für sehr verdünnte Lösungen eine strenge Proportionalität zwischen der Menge des Be schleunigers und dem Ansteigen der Wirkung. Bei etwas konzen trierteren Lösungen macht sich aber — wieder übereinstimmend für Hämase und Platinsol — eine Abweichung von der Regel bemerk bar, insofern als die Reaktionsgeschwindigkeit schneller als die Ka talysatorkonzentration zunimmt. 4. Die Steigerung der Reaktionsgeschwindigkeit bei zunehmen der Temperatur (um 10°) ist bei beiden Arten der Beschleunigung auffällig klein, bei Platin als Katalysator gleich 1,7, bei der Hä mase 1,5 (sollte im Mittel nach vant Hoff 2,5 betragen). 5. Die Hämase ist gegen höhere Temperaturen sehr empfind lich : hei 65 0 verlor eine verdünnte Lösung von Haemase (ebenso vom Blut) ihre Wirksamkeit in 15 Minuten. Eine ähnliche Einwir kung der Hitze hat auch B r e d i g für sein kolloidales Platin fest stellen können: Einstündiges Kochen bewirkte einen Rückgang der Wirksamkeit um etwas mehr als 50 %, aber auch geringere Tem peratureinwirkungen übten einen bleibenden störenden Einfluss aus. 6. Bei der durch Hämase beschleunigten H 2 02-Zersetzung wirken die Säuren proportional ihrer Wasserstoffionenkonzentration verzögernd; auch bei der Platinkatalyse zeigten die Säuren eine hem mende Wirkung, allerdings ohne dass aus dem vorliegenden Mate rial eine Gesetzmässigkeit zu ersehen ist. 7. Die OH-Ionen befördern bis zu einem bestimmten Konzen trationsgrad sowohl die Hämase- als auch die Platinwirkung; bei weiterem Zusatz werden sie für beide Vorgänge störend. Das Kon zentrationsoptimum liegt jedoch bei der Hämase wesentlich tiefer al? beim Platinsol, auch erreicht dementsprechend die befördernde Wirkung bei der Hämase nicht die gleiche Grösse, wie sie Bre- d i g am Platin beobachtete. 8. Die Neutralsalze setzen zumeist die beschleunigende Wir kung der Hämase und des Platins auf die H202-Zersetzung herab. Neben dieser allgemeinen Regel ist aber für beide Vorgänge cha rakteristisch, dass die Fluoride (Fluorammonium am Platin, Fluoma- trium an der Hämase untersucht) eine relativ kleine Verzögerung