15 Da das Knochensystem und besonders das Mark eine wesentliche Stellung im Organis mus des Säugetieres einnimmt, schien es m i r wertvoll, chemische und Gewichtsgrundlagen zu schaffen und in einer kontinuierlichen Reihe bei größeren Tieren die Entwicklung des Marks zu verfolgen. Nach meinen Untersuchungen, die sich, wie erwähnt, auf das Mark sämtlicher Knochen erstrecken, soweit dieses technisch möglich war, komme ich zu folgendem Resultat: 1. Die Menge des gesamten Marks ist in den ersten Lebenstagen bei Hunden sehr gering. Es han delt sich auch bei Tieren größerer Rasse nur um Bruchteile eines Grammes in den einzelnen Röhrenknochen. Da auch das Mark der platten Knochen sehr wenig entwickelt ist, habe ich von einer näheren chemischen Untersuchung dieser abgesehen. Die Knochen enthalten ein rotes spongiöses Mark, das in Becken und Scapula spärliche Mengen eines weichen roten Marks einschließt. Das Rippenmark ist hell rot und leicht ausquetsclibar, ausgequetscht ist es flüssig. Das weiche Mark der Röhrenknochen ist von dunkelroter Farbe, sehr weich, nicht flüssig; das spongiöse Mark ist von teigiger Konsistenz und sehr leicht aus der Knochenhülle ausschäl- bar. Spongiöses und weiches Mark zu trennen, ist des ge ringen Gesamtwerts wegen nicht möglich. Die Menge des Marks hat bei den 14 tägigen Hunden schon ziemlich wesentlich zugenommen. Der Charakter ändert sich makroskopisch nicht. Bei den 6 wöchigen Hunden steigen weiterhin die Gewichte der auskratz- baren Marksubstanzen. Es gelingt leicht, das weiche Mark von dem spongiösen zu trennen. Das weiche Mark der Röhrenknochen hat eine dunkelrote Farbe, eine fast flüssige Konsistenz; das spongiöse Mark ist intensiv rot, weich und leicht auszukratzen, Scapula, Sternum, Becken und Wirbel säule zeigen ein rötlich gefärbtes spongiöses Mark in relativ mäßiger Menge. Das Epiphysen-Mark ist hellrot, spongiös und noch so spärlich entwickelt, daß eine Mitberücksichti gung bei der Gesamtmenge sich nicht lohnt.