14 an Kohlenstoff, indem der positivste des einen Systems sich mit dem -negativsten des zweiten Systems verbindet. Nur wenn die Polaritätsunterschiede dieser Kohlenstoffatome ganz anßergewöhnliehe sind, kann sich ihre gegenseitige Anziehung so betätigen, daß sie einen Viererring bilden. Daher führt die Polymerisation solcher ungesättigten Kohlenstoff paare fast stets zur Bildung von Sechsringen. Diese Annahme wird von den Versuchsresultaten be stätigt. So ist kaum ein Fall der Vierringbildung durch Poly merisation bekannt. Während Acetylen schwierig und erst bei hoher Temperatur polymerisiert wird, geht diese Reaktion mit Bromacetylen 80 ) oder Propargylsäure 31 ) schon bei ge wöhnlicher Temperatur vor sich; schwächt man die Polaritäts unterschiede der Kohlenwasserstoffe in diesen Verbindungen ab durch Einführung von Halogen oder Carboxyl, so sind sie wieder stabiler. Dementsprechend zeigen auch sym. Dibrom- acetylen sowie Acetylendicarbonsäure keine Polymerisations fähigkeit. Acetylen polymerisiert sich nach Berthelot leicht durch Erhitzen in Retorten bis zur Weißglut; es entstehen dabei Benzol CeHe, Styrol CsHs und Reten CisHis. Diese Bildung findet schon bei gewöhnlicher Temperatur statt, wenn man Acetylen über pyrophorisches Eisen, Nickel, Kobalt oder Platinschwamm leitet. 32 ) Fittig 8S ) gewann aus dem Allylen CH3 . C = CH durch Behandlung mit H2SO4 das trimere Trimethylbenzol, CoHs^Hsjs, aber nicht direkt, sondern erst bei der Destillation der dabei gebildeten Sulfosäure. Diese ist nicht Mesytilen-, sondern wahrscheinlich Allylensulfosäure. Das Crotonylen CH3 . C = C . CH3 geht durch Schütteln mit verdünnter Schwefelsäure in das isomere, höhermoleku lare Hexamethylbenzol über. Das Välerylen, das Methyläthylacetylen, geht beim Er hitzen auf 250—260° in ein Terpen CioHn; und andere höher siedende flüssige und harzige polymere Produkte über. Ein 80 ) Sabajenew, Ber. 18, 375. 31 ) Baeyer, Ber. 19, 2185. 3a ) Ber. 29, R. 540. 3S ) Fittig, Ber. 8, 18 u. 367.