6 Die formelhaften ausdrücke des Parz. sollen in ihrem litera rischen z u s am me nh an g mit dem traditionellen heimischen formelschatz dargestellt werden. In betracht kommen zunächst die formein der geistlichen und volksepik des ti. und 12. jhds., also etwa die werke: Genesis, Exodus, die ältere und die jüngere Judith, die kleineren deutschen gedichte, die Kraus gesammelt hat, Kaiserchronik, Alexander, Roland, Rother, Herzog Ernst und das Nibelungenlied. Als Zwischenglieder sind heranzuziehen die werke der vorwolframischen höfischen kunst, die fragmente Floyris, Graf Rudolf, ferner Eilharts Tristrant, der Kanzelet, die Eneit und der Erec. Auf Hartmanns Iwein, der uns im gegensatz zum Erec den dichter schon im gewande des streng höfischen an mutigen erzählers zeigt, ist verzichtet. Ausgeschlossen bleiben weiter die in späten bearbeitungen auf uns gekommenen spiel- mannsepen Orendel, Oswald und Salman und Morolf; da hier älteres und jüngeres nicht mehr sicher zu trennen ist. Auch die Gudrun habe ich nicht benutzt, doch an stellen, wo die Zu sammenstellungen Panzers in H. G. Vorlagen, auf sie verwiesen. Die Übereinstimmungen der formein des Parz. mit denen der älteren epen sind von verschiedener bedeutung. Bei den scenen des höfischen lebens (abschnitt I—III) ergeben sich natur gemäß zahlreiche parallelen mit den andern höfischen epen, die noch den formelhaften elementen Spielraum lassen. Diese Über einstimmungen sind zwar unten mit angeführt, leisten aber, wo die betr. wendung in der älteren dichtung fehlt, für unsere Frage wenig; denn was der Parz. hier nur etwa mit Lanz., En. oder Er. gemeinsam hat, ist höfisch, nicht volkstümlich. Ähnlich steht es mit dem letzten hier in dieser arbeit zum vergleich angezogenen glied der heimischen spielmannsepik, dem Nib. Die letzte Schicht des Nib. ist eine dichtung von höfischem Charakter, 1 ) und da das chronologische Verhältnis dieser jüngsten schicht zu den höfischen epen nicht genau festzulegen ist, so muß bei den formel haften ausdrücken aus Verhältnissen des höfischen lebens die frage der abhängigkeit zunächst offen bleiben. 2 ) ') Kettner O. N. s. 3. 5 ) Vom IV. kap. an ist jedoch die gesamte ältere dichtung gleichmäßig für unsere zwecke nutzbar zu machen.