136 H. Kohlmann, Beiträge zur Kenntnis Soviel der Beryll der verschiedensten Fundorte schon beschrieben ist, so wenig sind bis jetzt die vielfach glänzend entwickelten brasilianischen Beryllkristalle eingehend unter sucht worden. Angaben, die sich speziell auf dies Vorkommen beziehen, fand ich bei Schrauf 1 , DesCloizeaux 8 , Dana 3 und Brauns 4 . Schrauf gibt Brechungsexponenten von brasilianischem Beryll aus Serra de Grao Mogor an, worauf wir erst am Schlüsse der Arbeit zurückkommen. Bei Des Cloizeaux heißt es in bezug auf brasilianischen Beryll: „Combinaisons de formes observees: ... mpa * 1 2 a‘v; mpa 2 af ou a| a 1 b 1 v dans des beryls verdätres du Bresil.“ Das sind in NAUMANN’schen Zeichen: ooP, OP, P2, 2P2, 3P| und ooP, OP, P2, |P2 oder 2P2, P, 3Pf. Dana (1. c.) beschreibt auf p. 408 einen brasilianer Beryll: „The most splendid aquamarine of which we have any account is from Brazil; it approaches in size, and also in form, the head of a calf, and exhibits a crystalline structure cnly on one side; the rest is waterworn; and it weighs 225 oz. troy, or more tlian 18^ lbs; the specimen is transparent and without a flaw.“ Im „Mineralreich“ (1. c.) lesen wir auf p. 228: „In Brasilien finden sich schleifwürdige, oft recht große Kristalle von Aqua marin in dem Bezirk Minas novas in der Provinz Minas Ge- raes, und kommen von da seit kurzem in den Handel. Die Kristalle sind meistens ganz schwach gelblichgrün gefärbt, von dem Prisma 1. und 2. Stellung, einer Pyramide 1. und 2. Stellung, einer 12seitigen Pyramide und der Basis begrenzt (ooP, ocP2, P, 2P2, P2 5 * , OP), ursprünglich offenbar scharf kantig, jetzt ein wenig abgerollt und mit Ätzfiguren bedeckt, No. 109, Herrn Prof. Dr. Nies No. 19 und Herrn Molter No. 110 und 111. Die Nummejn der Kristalle geben hierbei an, welcher als der erste, zweite etc. untersucht wurde. Zur Beschreibung wurden die Kristalle unter Beibehaltung dieser Nummern nach ihrer Form geordnet. 1 Schrauf: Sitz.-Ber. d. Akad. d. Wiss. Wien 1860. 42. 116. 2 Des Cloizeaux, Manuel de Mineralogie. 1862. p. 365. 8 Dana, A System of Mineralogy. 1892. p. 408. 4 B. Brauns, Das Mineralreich. 1903. p. 228. 6 Das Zeichen P2 beruht nach Mitteilung des Herrn Prof. Brauns auf einem Druckfehler.