20 Diese Trennung ist aus morphologischen, tiergoographischen und anatomischen Gründen trotz oben angeführter übereinstimmender Merkmale notwendig. Während D. dichotoma 111. der größte Hirsch Südamerikas ist, die Größe eines Rothirsches erreicht, wird Oze- laphus K.-M. nicht einmal damhirschgroß. Dazu ist Dorcelaphus Gloger durch ein überaus kräftiges, stark geperltes und oft über reich gesproßtes Geweih ausgezeichnet. Gemeinsam mit Ozelaphus K.-M. sind ihm die innen dicht behaarten Ohren. Durch die großen Ohren, den schlanken Kopf, die schwarze Färbung der Beine vom vom Knie abwärts und die gelblich weiße Innenseite der Beine und der Bauchseite, des Unterhalses und der Kehle erinnern sie, wie Lydekker sagt, an den ihre Distrikte mitbewohnenden Canis jnbatus Desm. und eine Photographie von jungen Dorcelaphus- Hirschen inLydekkers „Deer of all lands“ bestätigt die Ähnlichkeit in der äußeren Erscheinung. Das Verbreitungsgebiet beider Unter gattungen deckt sich im wesentlichen, doch bewohnt Ozelaphus K.-M. die Steppen, Dorcelaphus Gloger die Sumpfgegenden. Wie in der Größe, so ist letzterer auch dem Schädel nach weit mehr den Rot hirschen als den Damhirschartigen ähnlich. Besonders gilt das für den Bau des Lacrymale, auf das ich weiter unten näher eingehen werde. Ozelaphus K.-M. weicht dagegen, abgesehen von der Grösse, durch sein nicht sehr starkes, helles, fettig aussehendes Geweih, seine kleineren Ohren und seine, je nach der Jahreszeit, rötlich gelbe bezw. gelb-graue Färbung, ab. Im Schädel, dom Tränenbeine insbesondere, zeigt er sich den Damhirschartigen nahestehend. Zu der Gattung Dama Fr. zählen also nach Brooke’s Ein teilung drei plesiometacarpale Untergattungen der alten und zwei teleometacarpale der neuen Welt. Kennzeichnend für alle ist der Besitz wenig tiefer Tränengruben, die aber immerhin wesentlich tiefer als die von Capreolus Fr. und Mazama Raf. sind, und die bisweilen sehr großen Ethmoidallücken. Diese entlang ist das La crymale schwach wulstig aufgerollt. Das Lacrymale der Untergattung Dama Fr. ist im facialen Teile wenig länger als hoch; durch die sehr große Ethmoidallücke ist es vorn oben stark abgeschrägt, fast dreieckig. Die Ethmoidal lücke ist grösser als der in der Gesichtsfläche liegende Teil des Lacrymale selbst. Infolge der kurzen Form des Damhirschschädels mit stärkerer Frontalpartie und schwächerem Gesichtsteile ist dieses nicht sehr groß. Die Lücken umfassen die ganze vordere und die größere Hälfte cRr oberen Kante. Die Tränengruben sind ziemlich flach und im wesentlichen auf das Lacrymale selbst beschränkt. Vorn oben und an der Orbita sind sie am tiefsten, nach unten zu breiter und flacher. Der innerorbitale Teil ist größer als der in der Gesichtsfläche liegende. Die zweite Untergattung Axis H. Smith besitzt zum Unter schiede von Dama Fr. Ethmoidallücken, die kaum halb so groß sind wie das Lacrymale selbst. Doch ziehen auch sie sich die ganze vordere und halbe obere Kante des Lacrymale entlang. Die