5 1 Einleitung. Veranlassung zu den nachfolgenden Ausführungen gab Eduard von Äartmanns Schrift „Die Weltanschauung der modernen Physik".' Insbesondere war es das letzte Kapitel dieses Buches „Über den methodologischen und erkenntnistheoretischen Standpunkt der modernen Physik", das mich bewog, die Methode des Lartmannschen Philosophierens zu untersuchen, um damit ein Llrteil über die eigenartige Stellung zu gewinnen, die Lartmann der Physik gegenüber einnimmt. Sehr bald aber verschwand der letztere Gesichts punkt mehr vor dem Interesse an der Lartmannschen Philosophie selbst, so daß die Lartmannsche Methode zu einer allgemeineren Antersuchung gelangte. Äartmann hat die Gewohnheit, dem Leser hier und da Weg weiser durch seine Schriften zu geben, und was nun die Frage nach der Methode seines Philosophierens anlangt, so hat er schon aus dem Titelblatt seiner Erstlingsschrift, der „Philosophie des Unbewußten", aus die Quelle seiner philosophischen Erkenntnisse hingewiesen. Das bedeutsame Motto lautet: „Spekulative Resultate nach induktiv-naturwissenschaftlicher Methode." Nicht nur die erste Auflage seiner Iugendschrift trägt diese orientierenden Worte, er hat sie bis zur elften Auflage, die im Jahre 1904 erschienen ist, beibehalten, ein Beweis dafür, wie ernst Äartmann es mit diesem Anspruch nimmt. Die Anzahl der Proteste war keine geringe. Äartmann aber hat sich in seiner Überzeugung nicht beirren lassen. F. A. Lange äußert sich in seiner „Geschichte des Materialismus" 1 2 zu Äartmanns Motto folgendermaßen: „Es wird wohl für unsern Leserkreis kaum nötig sein, auch noch die Illusion zu zerstören, als enthielte die Philosophie des Unbewußten spekulative Resultate nach induktiv - naturwissenschaftlicher Methode. Kaum wird ein zweites Buch aus neuerer Zeit existieren, in dem das zusammen 1 Leipzig 1902. 2 Bd. II, 7. Aufl., S. 304, Anm. 87.