23 Große Nervenstämme der Extremitäten sehr druck empfindlich. Pinselberührungen prompt lokalisiert. Spitze und Knopf sicher unterschieden. Schmerzempfmdung normal. Puls 72, regelmäßig; Radialis nicht rigid. Urin frei von Eiweiß und Zucker. Auf Befragen gibt Patient folgendes an: Er habe im Mund keinen Geschmack. In der Magengegend fühle er brennende Schmerzen: er glaube, sie seien durch die Medizin, besonders das Rizinusöl, das er habe einnehmen müssen, ent standen, hauptsächlich aber durch das Auspumpen des Magens in der medizinischen Klinik. Dabei sei einmal das Wasser nicht wieder herausgekommen, sondern schwarz gefärbt mit dem Stuhlgang abgegangen. Seit der Zeit sei der Magen ruiniert und könne nicht mehr verdauen. Im Leib klopfe es immer, in der linken Seite wackele es und stoße nach dem rechten Arjn hin. Schlafen könne er garnicht mehr, er werde sofort durch schreckliche Träume wieder wach. Ihm sei so ängstlich zu Mute. Obwohl er fürchterliche Schmerzen auszuhalten habe, habe er doch nie versucht, sich das Leben zu nehmen. Auf Vorhalt gibt er zu: »Ja, damals wollte ich mich aufhängen, daran habe ich aber später nie mehr gedacht.« In seinen Ohren klinge es, als ob ein Vogel singt, Worte könne er nicht verstehen. Sein Gedächtnis sei ganz schlecht geworden, er könne nicht mehr denken, nicht einmal mehr bis 50 zählen. Macht den Versuch, kommt bis 30, sagt dann: »vier — jetzt geht es nicht weiter«. Während er früher gut gerechnet habe, könne er das jetzt garnicht mehr; (leichtere ihm gestellte Rechenaufgaben löst er richtig). Es sei ihm unmöglich zu fischen, höchstens sei er noch imstande Netze zu flicken. Seine Lunge liege allein. Die Luft gehe in den Magen, so daß er nicht mehr richtig atmen könne. Der Magen, dessen Nerven tot seien, sei mit Schleim und Wasser angefüllt, so daß alle Nahrung in den Urin gehe und kein Stuhlgang mehr erfolge. Nur wenn er ausspucke, bis der Magen leer sei, und dann esse, gingen die Speisen in den Darm und würden mit dem Stuhlgang entleert. Die Leber sei gänzlich verschwunden. Die Augen seien schwach, schmerzen; es flimmere ihm vor den Augen. Die Zähne seien hohl und stumpf, Arme und Beine kraftlos