18 schwächen und weniger widerstandsfähig gegen Heize machen, die ihn von außen her treffen, sowie solche, die lästige und aufdringliche Empfindungen hinterlassen und dadurch die Aufmerksamkeit und Gedanken der Erkrankten immer wieder auf denselben Punkt hinziehen. In dieser Hinsicht handelt es sich in erster Linie um chronische Krankheiten der Verdauungs- und Geschlechtsorgane sowie um schwere chirurgische Eingriffe und Traumen. Die wichtige Rolle, die der Zustand des Verdauungs- tractus für das Allgemeinbefinden spielt, kennt auch der Gesunde. Es leuchtet ein, daß die geringste Unregelmäßigkeit in ungleich höherem Maße auf einen Menschen wirken muß, der jede noch so geringfügige Störung in seiner Organfunktion mit außerordentlicher Deutlichkeit wahrnimmt und sie durch Einbildung noch verstärkt. Von Erkrankungen der Sexualorgane kommen beim weiblichen Geschlecht insbesondere chronische Entzündungen, die Beschwerden der Gravidität und die Erscheinungen des Klimakteriums in Betracht. Eine viel wichtigere Rolle als hier spielt aber die Beziehung der Genitalien zur Hypochondrie bei den Männern. Denn neben die eigentlichen Erkrankungen der Geschlechtsorgane tritt hier noch die funktionelle Schwäche, eine pathologische Erscheinung, die beim Weibe kein Gegen stück hat. Sie führt zu steter Beobachtung und Überwachung der Vorgänge in den Sexualorganen und bietet mit den bei diesen Zuständen besonders typischen Angstanfällen ein sehr charakteristisches Bild der Hypochondrie. Doch darf die Bezeichnung sexuelle Hypochondrie, die wie die gastrische, spinale, cerebrale etc. nach der vorherrschenden abnormen Empfindung gewählt ist, als zu äußerlich nicht angewandt werden. In Übereinstimmung mit der Anschauung,* daß die Hypochondrie auf dem Boden der Neurasthenie erwachse, sehen wir häufig die Tatsache, daß Menschen an ersterer erkranken, deren Nervensystem erschöpft ist durch eine anstrengende oder verantwortungsreiche Tätigkeit ohne aus reichende Ruhepausen, die den ermüdeten Nerven die nötige Erholung bringen könnten. Indessen auch eine vorwiegend sitzende Lebensweise begünstigt die Entstehung der Hypochon