24 Wernickes, welcher meint, dass Gehirntumoren häufig bei Individuen Vorkommen, welche eine ausgeprägte Familien anlage zu nervösen Erkrankungen besitzen; in unserem Falle war die Grossmutter des Kindes hochgradig nervös. Die enorme Stärke, die dieintraeranielleDrucksteigerung erreichen kann, beobachten wir an der Osteoporose, die an vier Stellen der Schädelknochen aufgetreten ist. Aber auch die Tatsache, dass Liquor sich aus der Käse entleerte, das Tränentränfeln, das gedunsene Gesicht gibt uns eine Vor stellung von dem überaus starken Druck und der damit verbundenen Stauung. Wird dieser Druck künstlich herab gesetzt, so siehtman, welche objektive und subjektive Besserung in dem Zustande desKranken eintritt, wenigstens so lange Zeit, bis die Drucksteigerung wieder einen höheren Grad erreicht. Da die Operationen der Kleinhirntumoren immer eine zweifelhafte Prognose geben, so wird man also wenigstens durch Verminderung des intracraniellen Druckes demKranken Erleichterung verschaffen müssen. Die histologische Unter suchung ergab eine gliomatöse (fescbwulst, die cystisch ent artet und mit einer Flüssigkeit angefüllt war, deren Be wegungen bei dem Pat. vielleicht das Gefühl ausgelöst haben, es bewege sich etwas im Kopf. Der Exitus ist, wie das bei Kleinhirntumoren gewöhnlich der Fall ist, ziemlich plötzlich durch Druck auf die Medulla cblongata eingetreten, der dann zur Atemlähmung geführt hat. Zum Schluss ist es mir eine angenehme Pflicht, Herrn Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Siemerling für die Über lassung des Falles und der Literatur, sowie die freundliche Unterstützung bei der Anfertigung dieser Arbeit meinen ver bindlichsten Dank auszusprechen.