23 Schon die anamnestischen Angaben, dass Pat. beim Geben und Stehen taumelt, dass er sehr häufig brechen müsse, dass er anfallsweise bis zur Uner träglichkeit sich steigernde Kopfschmerzen habe, und dass er auf einem Auge schlechter sehe, weisen auf einen Krankheitsprozess hin, der seinen Sitz innerhalb der Schädel höhle haben muss und eine intracranielle Drucksteigerung bewirkt. Als der Sitz dieser Kopfschmerzen wurde ziemlich konstant die rechte Seite des Kopfes angegeben und auf der rechten Schädelhälfte ist auch objektiv die beim Be klopfen empfindliche Stelle festgestellt worden. Dieser Umstand kann wohl die Vermutung aufkommen lassen, dass der Krankheitsherd seinen Sitz in der rechten Hälfte des Schädels hat. Der objektive Befund der Stauungspapille, die Coordinationsstörungen, die eigentümliche Kopfhaltung Hessen an den Sitz der Erkrankung im Kleinhirn denken. Gestützt wurde diese Auffassung noch durch die Erscheinung des Nystagmus und der leichten Ptosis. Gegen Ende der Krankheit bestätigten noch mehr Erscheinungen die gestellte Diagnose, namentlich die Störungen der Herztätigkeit und der Atmung. Letztere zeigte deutlich den Typus des Sheyne-Stokesschen Atmen. Auch die Schlingbeschwerden sprachen für die Diagnose. Die ständigen Schmerzen an einer bestimmten Stelle, das Ergebnis der Punktion (fibröses Gewebe) führten zu der Wahrscheinlichkeitsdiagnose: Tumor in der rechten Hemisphäre im Inneren. Offenbar hatte diesen Irrtum in der Diagnose die Punction bewirkt. Es ist anzunehmen, dass sich Dura beim Durchstechen in die Nadel schob und diese als Tumorgewebe imponierte. Nach erfolgter Trepanation und nach den weiteren Erscheinungen war an dem Sitz im Kleinhirn nicht mehr zu zweifeln. Es wurde, weil die Hirnnerven sich erst spät beteiligten, an Sitz in der rechten Hemisphäre gedacht. In unserem Falle wurde auch als aetiologisches Moment ein oder mehrere Traumen angegeben. Welcher Zusammenhang zwischen Tumor und Trauma besteht, ist schon in der Ein leitung gesagt worden. Erwähnen möchte ich die Ansicht