24 zu gehen anfing, traten die alten Beschwerden von neuem auf. Der Bericht des Dr. W. ist folgender: R. L. aus A. wurde nach einem vor einem Jahre er littenen Trauma bei geringfügigen Anlässen immer wieder von akuten Kniegelenksergüssen in ihrer Arbeitsfähigkeit behindert. Da die üblichen nicht operativen Maßnahmen diese lästigen Recidive nicht verhüten konnten, entschloß ich mich zur Arthrotomie des rechten Kniegelenks am ersten März dieses Jahres (1904) in der Erwartung, ein abgesprengtes intraartikuläres Knorpelfragment als die Ursache der be stehenden Gelenkschwäche anzutreffen. Es war jedoch ein solches nicht vorhanden ; vielmehr handelte es sich um das Bild der chronischen Synovitis mit circumscripten Zotten wucherungen der Synovialis besonders beiderseits neben dem lig. patellae, sowie im oberen Gelenkrecessus. An letzterer Stelle hatte die excessive Zottenhypertrophie die Form eines mit schmalerem Stiel zwischen den Femurcondylen ein schiebenden polypösen Gebildes von der Länge zweier Finger- glieder angenommen und konnte leicht zwischen die artiku lierenden Flächen sich einklemmen. Ich trug die Zotten wucherung ab — glatte Heilung. Schon während der Nach behandlung zeigten sich analoge Erscheinungen an der gegen überliegenden Gelenkseite, sodaß hier ähnliche Vorgänge Platz gegriffen haben werden. Befund: Das kräftig gebaute Mädchen hat einen hinkenden Gang, doch angeblich wenig Schmerzen im Knie. An der Außenseite des rechten Kniegelenks, parallel dem äußeren Rand der Patella, von der Tibiakante zum Condylus externus ziehend, ist eine 10 cm lange, gut verheilte Narbe sichtbar. Bei gestrecktem Knie ist nach innen von der Narbe bis an die Patella reichend eine halbkugelige, leichte Vorwölbung festzustellen, welche scheinbar dem inneren Teile der bursa infrapatellaris entspricht und bei Beugung des Knies verschwindet. Ein Druck auf diese Schwellung ist etwas schmerzhaft, die Schwellung selbst fühlt sich weich an, läßt eine Lappung oder bestimmte Configuration nicht erkenen. Links befindet sich an der gleichen Stelle eine Vorwölbung, welche jedoch weicher und weniger deut-