Obwohl das Lipom dank der außerordentlichen Regel mäßigkeit im klinischen Verhalten und der Einfachheit seines Baues zu den bestgekannten gutartigen Neubildungen ge hört, sind doch manche Fragen, seine Aetiologie und Lo- calisation betreffend, auch beute noch nicht befriedigend be antwortet. Das Lipom stellt sich meistens als eine gefäßarme ausgesprochen lappig gebaute Geschwulst dar, deren wesent lichster Bestandteil Fettgewebe ist, das in einzelne durch lockeres Bindegewebe getrennte Beeren geschieden, einen weintraubenartigen Bau darbietet. Sehr viel seltener wird eine gleichmäßige kugelige Masse ohne Scheidewände und Unterabteilungen beobachtet. Die Neubildung ist gewöhnlich gegen die Umgebung durch eine deutliche fibröse Kapsel scharf abgegrenzt, die wiederum mit dem einschließenden Gewebe durch lockeres Zellgewebe zusammenhängt, sodaß die Geschwulst leicht verschiebbar und auch bei der Operation leicht auszuschälen ist. Was die Aetiologie des Lipoms anbetrifft, so hat die congenitale Form desselben von Jacobi eine eingehende kasuistische Beobachtung gefunden, jedoch hebt Grosch in seinen „Studien über das Lipom“ die außerordentliche Seltenheit dieses congenitalen Vorkommens hervor, „gewiß ebenso so selten wie die Fälle von ausgesprochener Heredität, die sowohl gleichzeitig congenital, wie auch als eine post- embryonal auftretende Krankheitsform beobachtet sind. Dabei pflegt der Modus der Vererbung ein wechselnder zu sein, indem das eine Mal eine stärkere Tendenz zur Vererbung auf die Nachkommenschaft des gleichen Geschlechts, das