23 II. Allgemeine phonetik. § 10. Articulationsbasis. Die lippentätigkeit ist in der föhringischen mundart gering, jedoch lebhafter als im englischen. Der kieferabstand und die Zurückziehung der mundwinkel sind nicht beträchtlich, daher ist die mundöffnung relativ klein. Die anspannung der zunge ist nicht gross; die neigung zur Verbreiterung derselben ist beträchtlich. Die Zurückziehung der zunge ist im ws. ziemlich erheblich, geringer im neueren aos. Besonders charakteristisch ist die bevorzugung des vorderen und mittleren gebiets des mundraumes. Ich erinnere an die vielen dentale und alveolare, besonders aber an die ausgeprägte neigung zur palatalisierung. Wie Mor. Rapp, Physiologie I, 171 „die mundart der Schwaben dem allge meinen Charakter nach guttural“ genannt hat (vgl. Kauffmann, Geschichte der schwäbischen mundart, 17), so könnte man die föhringische mund art palatal nennen. § 11. Einsatz und absatz. Der vocaleinsatz ist in der regel leise, d. h. die exspiration setzt ein, nachdem die Stimmbänder zum tönen eingesetzt sind. Der feste einsatz erscheint nur, wenn ein vocalisch beginnendes wort träger eines starken rhetorischen accentes ist, oder wenn zwei aufeinander folgende laute, von denen der zweite ein vocal ist, deutlich getrennt werden sollen. Der leise gehauchte einsatz kommt nicht vor. Beginnt der exspirationsstrom gleich mit voller stärke, bevor die stimme einsetzt, so erhalten wir den kräftigen hauchlaut, den wir mit h bezeichnen. Der absatz der vocale ist ebenfalls leise. Nur gelegentlich kommt auch der feste vor, um zwei vocale deutlich von einander zu scheiden, oder bei interjectionen, die im ärgerlichen affect gesprochen sind, wie ne’ na. Die liquiden, nasale und reibelaute werden leise ein- und ab gesetzt. Der einsatz der explosivlaute ist leise, der absatz leise ge haucht. § 12. Accent und betonung. 1. Silben mit kurzem vocal. a) Wenn auf den kurzen vocal einer oder mehrere stimmlose con- sonanten folgen, so haben wir den stark geschnittenen accent. In mehr silbigen Wörtern mit einfachem consonanten bildet dieser die silbengrenze. auch im aos. durchaus gebräuchlich. Aber in anderen fällen, wie ws. mad darnskem (mitten in der stube), yb büdlkem (auf dem boden), ävr hwdem (über die heide) steht im aos. der artikel, und die alte endung fehlt.