— 4 sämtliche halligdialekte. Dasselbe gilt von den dialekten von Föhr und Amrum. Der grund hierfür ist einmal der, dass Föhr und Amrum einst eine insei bildeten, zum anderen der, dass ihre bewohner auch nach der örtlichen trennung bis auf den heutigen tag in ziemlich engen be- ziehungen zu einander geblieben sind. Es läge demnach eigentlich nahe, die sprachen beider insein zusammen zu behandeln, wie es 0. Bremer tut in seiner Einleitung zu einer amringisch-föhringischen Sprachlehre, Ndd. jb. XIII, 1 — 32. Trotzdem werde ich mich auf die spräche Föhrs beschränken, erstens, weil das föhringische meine muttersprache ist, über die ich also besser urteilen kann, zweitens, weil die behandlung zu vieler mundartlicher differenzen den rahmen meiner ausführungen überschreiten und die Übersichtlichkeit beeinträchtigen würde. Ich bin schon ohnehin gezwungen, auf dialektische unterschiede in weitem masse einzugehen, da man schon in der fö. mundart, dem feriri oder fere% mindestens zwei grössere dialekte unterscheiden muss, nämlich das wehs dringische, vezdrey [die mundart von Westerlandföhr, von den Föhringen selbst väostrlun resp. vaszfluv genannt, mit den dörfern: Odrsem — Utersum, Grat-Dunjmn = Gross-Dunsum, Let-Dnnftem = Klein-Dun- sum, Olrsem = Oldsum, Kulantem = Klintum, T'aftem = Toftum, Solfäin — Süderende und Hedehysem = Hedehusum] und das aos- dringische, äoxdriy resp. azdrey [der dialekt von Osterlandföhr mit den dörfern: Büdle^sem = Boldixum, Vralcsem = Wrixum, 0venem = Oeve- num, Madlem = Midlum, Aolkersem = Alkersum, Niblem — Nieblum, Gü9tiy = Goting, Bors^sem = Borgsuni und Vixern = Witsum.] Streng genommen müsste man noch mehr gruppen unterscheiden, denn fast jedes dorf weist kleine eigentümlichkeiten auf, wenn sie auch noch so klein sind und nur von scharfen beobachtern wahrgenommen werden. Während der westen im ganzen eine sprachliche einheit bildet, könnte man den osten wieder in drei gruppen scheiden: 1. die südlichen dörfer Niblem, Güdtivi, Bordgsem, Vixem; 2. die mittleren dörfer Aol kersem, Madlem, 0venem; 3. die beiden östlichsten dörfer Büdlegsem, Vraksem. Ich gehe bei meinen Untersuchungen von meiner muttersprache, d. h. dem dialekt der dörfer Büalegsem und Vraksem, aus. Doch werde ich alle bemerkenswerten dialektunterschiede der anderen dörfer in erheblichem masse berücksichtigen. Das wird sich als besonders lohnend erweisen, denn je weiter man nach dem westen der insei kommt, desto reiner hat die spräche ihr altertümliches gepräge in lautlehre und syntax bewahrt, gegenüber dem osten, wo sie vom plattdeutschen schon ziem lich stark beeinflusst ist.