Die Diagnose Tumor cerebri wird nach der alten von Griesinger angegebenen Weise auf Grund des Vor handenseins von Allgemeinsymptomen und Herdsymp tomen gestellt. Die Allgemeinsymptome pflegen sich früher einzustellen als die Herdsymptome. Der Kopf schmerz ist ein sozusagen nie fehlendes Allgemeinsymp tom. Zu Beginn der Erkrankung besteht der Kopfschmerz in einem dumpfen Kopfdruck. Späterhin, wenn der Tumor wächst und infolgedessen der Hirndruck steigt, nimmt die Intensität der Schmerzen zu, und sind dabei zeitweise auf tretende Exacerbationen in der Regel zu beobachten. Die Schmerzen bewirken, daß der Kranke teilnahmlos daliegt oder sich wie ein Rasender geberdet, aufspringt, umher rennt, den Kopf gegen die Wand preßt, in der Verzweif lung sich das Leben zu nehmen sucht. Im weiteren Stadium nimmt die Benommenheit in der Regel zu und treten infolgedessen die Schmerzensäußerungen mehr in den Hintergrund. Der Schmerz wird von den Patienten teils über den ganzen Kopf lokalisiert, teils auf eine Seite des Kopfes, teils auf eine umschriebene Stelle, teils bald auf diese bald auf jene Stelle verlegt. Der Schmerz an umschriebener Stelle, der durch Beklopfen des darüber liegenden Schädeldaches oft verstärkt wird, ist mitunter für die Bestimmung der Lage des Tumors von Wichtig keit. Wird Schmerz nämlich immer an ein und dieselbe Stelle verlegt, so spricht diese Stelle resp. die nächste