7 diphtherie gelang es, eine Kolonie vom Löffler sehen Diphtheriebazillus aus dem Wirbelmark zu züchten. Bei 3 Fällen von Phthisis pulm. ent hielt das rote Mark 2 mal Streptococcus und 1 mal Streptococcus und Staphylococcus pyog. aur., dagegen bei einem an Peritonitis gestorbenen Mann Streptococcus und Bact. coli. Bei einem von Bronchitis putrida begleiteten Fall von Bronchiektasien nnd bei je einem Fall von Mastitis duplex und Thrombophlebitis war ein negatives Ergebnis zu verzeichnen, dagegen fanden sich bei einem Mann, der nach Exstirpation der bursa praepatellaris eine hämorrhagische Entzündung des linken Knies akquiriert hatte, vereinzelte Streptokokken im Wirbelmarke und bei einem Fall von Mumifikation beider Füße enorme Mengen dieses Krankheitserregers. Auf die Details der mikroskopischen Knochenmarkuntersuchung soll hier nicht näher eingegangen werden, nur soviel sei erwähnt, daß die oben kurz charakterisierten histologischen Befunde im Gegensatz zu ge wissen histologischen Veränderungen stehen, die im Wirbelmarke von Typhusleichen konstant neben jenen andern gefunden wurden und einen spezifischen Charakter tragen. Es handelt sich dabei um Nekroseherde, ein jeder mit einem äußerst zierlich gestalteten Fibrinmantel versehen, von dem strahlenförmige Ausläufer von zartestem Bau ausgehen. Die bakteriologische Prüfung des Wirbelmarks von 10 Typhusleichen war in allen Fällen positiv, ja es wuchsen enorme Mengen von Kolonien, die sich in einem Fall mit spärlichen Kolonien des Diplococcus lanceolatus und 1 mal mit solchen des Staphylococcus pyog. aur. vergesellschaftet hatten. Kurz: Das Typhusbakterium, der Streptococcus pyog., Staphylococcus pyog. aur. und alb., Diplococcus lanc. und der Diphtheriebazillus sind im Wirbelmark nachgewiesen. Ferner ist erwiesen, daß diese Mikroben pathologische, zwar meistens nur mit dem Mikroskop erkennbare, Ver änderungen erzeugen. Es muß noch einstweilen abgewartet werden, ob es gelingen wird, die noch fehlenden als Eitererreger bekannten Mikroben im Wirbelmark nachzuweisen, was umsomehr zu erwarten ist, als nach den Tierversuchen von Ullmann und Lexer nachgewiesen ist, daß sie Osteomyelitis zu erzeugen imstande sind; vielleicht gelingt es, auch eine Anzahl der sonst noch im Menschen gefundenen pathogenen Mikroben aus dem Knochenmark zu züchten. Es soll nun eine kurze Zusammenstellung folgen der nach der er wähnten Hahn sehen Arbeit in der Literatur — soweit ich dieselbe habe übersehen können — veröffentlichten Fälle von Wirbelosteomyelitis und zum Schluß zwei neue Beobachtungen, die hier im Eppendorfer Kranken haus gemacht worden sind, hinzugefügt werden. Den vorher gemachten Betrachtungen schließen sich am besten eine Beobachtung von Nonne und zwei Beobachtungen von Quincke an, die