Full text: Adreßbuch der Stadt Kiel, sowie der Ortschaften Gaarden und Ellerbek für das Jahr 1886. (1886)

8. Abth. 
Allgemeine Nachrichten. 
431 
Für den freiwilligen Eintritt zum drei 
und vierjährigen aktiven Dienst ist die Meldung 
bei der Ersatzkommission des Aufenthaltsortes 
anzubringen. 
Den mit Meldeschein Versehenen steht die Wahl 
des Truppentheils frei. 
Militärpflichtige haben sich vom 15. 
Januar bis 1. Februar des Jahres, in welchem 
sie das 20. Lebensjahr vollenden, zur Ausnahme 
in die Iiekrutirungs - Stammrolle anzumelden. 
Außerhalb Kiels Geborene haben ihren Taufschein 
zu produziren. Für zeitig Abwesende sind die 
Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- oder Fabrik- 
Herren zur Anmeldung verpflichtet. 
Militärpflichtige, welche ihren Wohnort im 
Laufe des Jahres wechseln, haben innerhalb 
8er Tage sich bei der betr. Behörde des alten 
Wohnortes ab- und der des neuen anzumelden. 
Verschuldete Versüumniß dieser Vorschriften 
unterliegt einer Geldstrafe bis zu 30 Jk oder 
einer Haftstrafe bis zu 3 Tagen. 
Die Anmeldung zur Stammrolle ist so lange 
zu wiederholen, bis über den Militärpflichtigen 
definitiv entschieden ist. 
(Meldung für Kiel im Militärburean, im 
Stadthause, Dammstrnße Nr. 6.) 
Geburten sind binnen 7 Tagen, die Angabe 
der Vornamen des Kindes binnen 2 Monaten 
nach der Geburt desselben, T od esfällespätestens 
am nächsten Werktage (Feiertage werden als 
Werktage angesehen) beim Eivilstandsaint (Damm- 
straße 5) zur Anzeige zu bringen. 
Wassergeld-Tarif. 
I. Wasser zum gewöhnlichen Hausbedarf. 
Bei den zur Umlage herangezogenen Gebäuden 
wird für das zum gewöhnlichen Hausbedarf er- 
forderliche Wasser eine besondere Vergütung nicht 
geleistet, falls der durchschnittliche Verbrauch 
V20 cbm pro Tag und Kopf der Hausbewohner 
nicht übersteigt. Für die übrigen Gebäude ist 
die Vergütung mit der Verwaltung zu verein 
baren. 
Es ist besonders zu zahlen: 
a. für jedes Badezimmer G Jk jährlich. 
b. für Pissoirs, Closeis oder Springbrunnen 
nach Wassermesser-, beziehungsweise Ca- 
liberhahn-Controle, 
c. für jedes Pferd, Rindvieh und jeden zur 
Personenbeförd. bestimmten Wagen 8 Jk 
Bei einem größeren Viehstande kann die Be 
zahlung nach Vereinbarung oder Wassermesser 
erfolgen. 
Für Arbeits- und Lastwagen findet eine Be 
zahlung nicht Statt. 
II. Wasser zu gewerblichen und besonderen 
Zwecken. 
Wenn nicht mit der Verwaltung ein Pauschal 
satz vereinbart ist, erfolgt der Bezug von Wasser 
nach Wassermefiern, welche nur von der Verwal 
tung bezogen werden dürfen und entweder käuf 
lich gegen Erstattung der Selbstkosten, oder 
miethweise gegen Entrichtung einer Miethe von 
jährlich: 
6 Ji bei 15 mm Durchmesser 
7 n 20 u 
und 10 „ „ 25 „ „ 
überlassen werden. Die Miethe wird monatlich 
postnumerando mit dem Wassergeld erhoben und, 
falls die Benutzung des Wassermessers im Laufe 
eines Monats beginnt oder aufhört, nach Ver 
hältniß der Zeit der Benutzung berechnet. 
Reparaturen an den Wassermessern werden 
durch die Verwaltung ausgeführt und zwar bei 
den im Eigenthum Privater befindlichen auf 
deren Kosten, bet ermietheten Wassermessern, so 
fern die Reparturen nicht durch Fahrlässigkeit 
. oder Muth willen erforderlich geworden sind, auf 
Kosten der Stadt. 
Bei Stelluttg von Wassermessern sind für den 
Cubikmeter Wasser 12 Ps. zu entrichten und zwar 
jährlich mindesteds 1 Jk für jeden Millimeter 
Durchmesser des Wassermessers. Bei einem 
Jahresverbrauche von 5000 bis 10000 cbm. wird 
der Preis ermäßigt auf 11 Pf., bei mehr als 
10000 cbm auf 16 Pf., jedoch init der Maßgabe, 
daß bei einem Verbrauche von mehr als 5000 cbm 
mindestens 600 Jk und bei einem Verbrauche von 
mehr als 10000 cbm mindestens 1100 Jk zu 
zahlen sind. 
III- Wasser für Garten-Anlagen. 
1. Es ist zu zahlen für Gärten: 
a. bis 5 Ar Größe für jedes 
angefangene Ar jährlich . 2 Jk — Pf. 
b. von 5 bis 10 Ar Größe für 
jedes angefangene Ar jährl. 1 Jk 50 Pf. 
und minvestens 10 Jk 
c. von mehr als lO bis 20 Ar 
für jedes angefangene Ar 1 „ — „ 
und mindestens 15 Jk 
d. von mehr als 20 Ar für 
jedes angefangene Ar . . — „ 60 „ 
und mindestens 20 Jk 
2. für Gewächshäuser außerdem 30 Pf. 
für jeden gm des vom Gewächshause ein 
geschlossenen Raumes. In den Gürten 
sind andauernde Berieselungen nicht ge 
stattet. 
Den Consnmenten steht in den verschie 
denen Füllen die Entnahme von Wasser 
nach Wassermessern frei. Für Handels 
gärtnereien wird Wasser nur nach Wasser- 
messer-Controle geliefert.
	        

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