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seine besondere Zuspitzung in den letzten Zähren erfahren hat, als deren
Kennzeichen die Kleingartenschiedsgerichte und ihre gesetzlichen Grund
lagen gelten können. Die Existenz des Kleingärtners wird ständig be
droht von der Frage, ob er nur Platzhalter einer früher oder später ein
setzenden Bebauung ist, oder damit rechnen kann, als dauernder Inhaber
des Bodens, den er beackert, zu gelten. Die Sicherung seiner Scholle
ist dasjenige Bedürfnis des Kleingärtners, das für uns bebauungsplan-
technisch am meisten von Belang ist. Kiels Kleingärtner siedeln zurzeit
fast alle auf einem mit Baufluchtlinien unterlegten Gelände: d i e
Sicherung ihrer Gebiete als Kleingärten setzt also ein
völliges Umdisponieren im Bebauungsplan vor
aus.
Legt man sich die Frage vor, welche Gebietsteile unseres Stadt
erweiterungsgebietes künftig als dauernde Kleingärten zu erhalten sein
werden, so muß auch hier wiederum in einer völlig konsequenten Ent
wickelung vom Bedürfnis aus die Form gefunden werden. Der Klein
garten als Garten des Bewohners der Miethausgebiete muß so liegen,
daß er von der Wohnung aus möglichst schnell erreichbar ist: tunlichst
sollte der Weg eine halbe Stunde nicht überschreiten, um eine möglichst
volle Ausnutzung der Freizeit für die Gartenarbeit zu ermöglichen. Der
Besiedelung des Stadtgebiets nach der Wohndichte müssen also die Klein
gartengebiete entsprechen. Ein Plan, (Abbildung 2), der die Wohn
dichte innerhalb des bebauten Kieler Stadtgebiets zur Darstellung
bringt, ergibt für den naiven Betrachter zunächst ein überraschen
des Bild in der Feststellung, daß die dichteste Anhäufung von
Menschen nicht etwa in den auf den ersten Eindruck engen Altstadt-
X vierteln der Stadt Kiel zu finden ist, sondern in den Stadterweiterungs-
vierteln der neueren und neuesten Zeit. Abgesehen von dem älteren
Lehmbergviertel tritt dies besonders deutlich in den Kleinwohnungs
gebieten Gaardens, sowie des Nordwestens und Südwestens auf. Außer
im Lehmbergviertel finden sich hier im Südwesten am Südfriedhof die
Baublöcke, auf denen eine „entwickelte Städtebautechnik" Menschen
ohne Not mit etwa 1000 Bewohnern aus einem Hektar zusammen
pferchte: ohne Not, denn nichts hätte gehindert, sie statt dessen in wür
digerer Weise in gesunden Bauformen zu behausen. Gehen wir davon
aus, auf der Grundlage dieser Ermittelungen und unter Berücksichti
gungen der rund 50 000 Menschen, die das Kieler Hochbaugebiet inner
halb der durch die neue Bauordnung gegebenen Abgrenzung bei völligem
Ausbau aller Lücken noch aufzunehmen vermag, so ergibt eine Betrach
tung der heute bestehenden Kleingartengebiete, daß eine Berteilung der
Kleingärten im Lauf der Entwickelung sich herausgebildet hat, die in den
wichtigsten Gebieten ungefähr dem Bedürfnis entspricht. In einem an-

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