Ihr Wesen liegt darin, eine klare Abgrenzung und Abstufung der
Bebauung nach Art und Dichtigkeit vorzunehmen. Abgesehen von den
planmäßig begrenzten Gebieten für industrielle Ausnutzung sieht der
Plan zunächst eine bestimmte Begrenzung der Hochbaugebiete vor.
Allein innerhalb dieser Begrenzung hat künftig noch die mehrgeschossige
Bauweise Raum; außerhalb dieser Linie gilt auf der Grundlage des
preußischen Wohnungsgesetzes grundsätzlich der Flachbau bis zü zwei
Vollgeschossen.
Die folgerichtige Entwickelung der städtebaulichen Vorstellungen
mußte diesem Plan den Plan eines Grüngürtels an die Seite stellen, in
dem alle Fragen der „grünen Stadterweiterung" ihre grundsätzliche
Lösung finden.
Wenn man im Städtebau die Kunst sieht, dem lebendigen Bedürfnis
aller in der städtischen Gemeinschaft lebenden Bewohner sichtbare Gestalt
zu geben, so muß sich das besonders eindrucksvoll in der Aufrollung der
Grüngürtelfrage erweisen. Diesem Bedürfnis glaubte die ältere Be
bauungsplantechnik mit einigen mehr dekorativen Parkflächen und re
präsentativen Parkringstraßen hinreichend Rechnung zu tragen. Ihre
Vorstellungen und Mittel waren historisch entlehnt. Die moderne Stadt
entwicklung hat ihre Unzulänglichkeit erwiesen. Die Bedürfnis
frage d e s G r ü n g ü r t e l s der modernen Städte kann
heute im wesentlichen als geklärt gelten, sie ist
festgelegt durch Forderungen der städtischen Be
völkerung nach Erholung in ihren verschiedenen
Formen und Forderungen der städtischen Ernäh
rungswirtschaft.
Das Erholungsbedürfnis der städtischen Bevölkerung fordert neben
den Einrichtungen für Spiel und Sport der Jugend und mittleren
Lebensalter Einrichtungen für Entspannung in genießendem Ausruhen,
wie Parks und Promenaden: auch die Friedhöfe mögen als Parkanlagen
hier gelten. Kiel mit seiner hochentwickelten Sportbewegung, die nach
Wasser- und Rasensport aller Art drängt, hat alle Ursache, seine guten
Traditionen auf diesem Gebiete durch Schaffung neuer Möglichkeiten
weiter zu bilden. Teils aus dem Bedürfnis, Entspannung von oft mecha
nischer Werkarbeit in einer produktiven Betätigung durch die Arbeit in
und mit der Natur zu finden, teils aus dem Bedürfnis nach Verbesse- £
rung der Ernährungsbasis unserer Städte sind die Kleingärten der Groß
stadt entstanden.
Die Gartenleidenschaft ist so alt wie die Menschheit selbst.
Gärten sind zu allen Zeiten lebendige Gradmesser der Kulturhöhe -
eines Volkes gewesen- Schon ihre Bedeutung für Gesundheit und
ethische Kultur unseres Volkes würde großzügige Maßnahmen einer
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