Full text: (1869)

Gemeinnützige Nachrichten, Taxen re. 
301 
4. Feiertage Betreffendes. 
Wenn höherer Auslegung zufolge die Bestimmungen des 8 10 der 
Feiertage-Verordnung vom 10 März 1840 dahin zu ver 
stehen daß nicht allein alles Kaufen während der Zeit des 
Gottesdienstes verboten sei. sondern daß auch die Waaren 
in sämmtlichen Läden während solcher Zeit entweder durch 
Verschließen der äußern oder innern Fensterläden, durch Vor 
hänge oder durch hinwegräumen vor den Fenstern den Blicken 
gänzlich entzogen werden — so wird Solches für den Polizei- 
district Kiel bei Vermeidung der gesetzlich angedrohten Strafen 
hiemit öffentlich bekannt gemacht. 
(Polizeibekanntmachung vom 21. Oktober 1842.) 
5. Fremdeu-Anmtldung. 
Nachdem die bisher hier bestandene Einrichtung der AufenthaltS-- 
karten in Wegfall gekommen ist, steht sich das Polizeiamt 
bebuf Handhabung der Fremdencontrolle veranlaßt, nach 
stehende auf die Fremden-Anmeldung bezüglichen Bestimmungen 
einzuschärfen, beziehungsweise den veränderten Verhältnissen 
ergänzend anzupassen. 
1) Alle ankommenden Fremde und Reisende sind unverzüglich bei 
dem Polizeiamte anzumelden. 
2) Ebenfalls ist demnächst die Abreise der «üb. 1 genannten 
Personen innerhalb der nächsten 24 Stunden unter Angabe 
des nächsten Reiseziels hieselbst anzuzeigen. 
3) Die Hotelbesitzer. Herbergs- und Verkehrswirthe sind außerdem 
verpflichtet, ein vollständiges Protokoll über alle bei ihnen 
logirenden Personen zu führen und dieses jederzeit zum Nach 
sehen für die Polizeibeamten bereit zu halten. Die Namen 
der logirenden Personen sind sofort nach ihrer Ankunft 
in's Protokoll einzuwagen. Die Einrichtung des letzteren 
hat nach Maaßgabe eines im Polizeibureau ausliegenden 
Schemas zu erfolgen. 
4) Die sub 3 genannten Wirthe haben täglich Morgens um 
9 Uhr einen Auszug aus dem genannten Protokolle bei dem 
Polizeiamte einzureichen, welcher die Stelle der «üb I vor 
geschriebenen Anmeldung in allen Fällen vertritt, sofern 
nicht verdächtige Umstände im einzelnen Falle dem Wirthe 
eine frühere Anmeldung zur Pflicht machen sollten. 
Uebertretungen der vorstehenden Vorschriften werden mit Geldbuße 
bis zu 3 Thlr. bestraft, soweit nicht nach älterer Verordnung 
nämlich bei Zuwiderhandlungen wieder die sub pass. 1, 3 
und 4 angeführten Bestimmungen, die höhere Geldstrafe von 
6 Thlr eintritt.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.