Full text: Adressbuch der Stadt Kiel, der Brunswiek und Düsternbrook, nebst Verzeichniß sämmtlicher Hausbesitzer und Straßen, einer Uebersicht der öffentlichen Einrichtungen und Institute, einem Verzeichniß der Ortschaften und Güter der Umgegend, nebst Angabe, bei wem die dahin bestimmten Briefe und Packete hier abgegeben werden können, sowie einem empfehlenden Anzeiger für das Jahr 1867. (1867)

270 
Anhang. 
§ 33. Alle confirnürten Personen, sowohl männlichen als weiblichen 
Geschlechts, welche zum ersten Male einen Dienst anzutreten 
beabsichtigen, haben sich bei der Polizeibehörde ihres Auf 
enthaltsortes mit einein Dienstbuche zu versehen. (Preis 
desselben 8 ß.) 
§ 42. Bei dem Dienstantritte verzeichnet die Herrschaft mit ihrer 
Nameusunterschrift das Datum des Dienstantrittes und die 
conlractliche Dienstzeit in dem Dienstbuche. (Bei Strafe 
von 3 $ 12 ß.) 
§ 43. Ebenso verzeichnet die Herrschaft beim Abgänge des Gesindes 
in dessen Dienstbuch das Datum des Abgangs und von 
welcher Seite die Kündigung stattgefunden. Geht das Gesinde 
außer der Zeit ab, so ist auch die Ursache zu bemerken. 
^Ebenso bei L-trafe von 3$ 12 ß.) 
§ 46. Gesinde, welches aus einer Stadt oder vom Lande kommend, 
sich in einer Stadt vermiethet, hat das erste Mal binnen 
8 Tagen nach dem Dienstantritte das Dienstbuch der Polizei 
behörde vorzuzeigen, welche dasselbe gegen eine Gebühr von 
4 ß mit dem Product bezeichnet. Uebertretungen dieser Vor 
schrift, für deren Befolgungen auch die Herrschaft verant 
wortlich ist, werben mit einer Brüche bis 3 $ 12 ß bestraft. 
Bei einem Dienstwechsel ohne Veränderung des Aufenthalts 
ortes bedarf es der Vorzeigung des Dienstbuches nicht. 
Dienstloses Gesinde hat bei Vermeidung polizeilicher Strafe 
bas Dienstbuch nicht nur sofort nach der Ankunft, sondern 
auch ferner monatlich bei der Polizeibehörde zu produciren. 
Dienstboten vom Lande, welche militairpflichtig sind (sowohl Knechte 
als Gesellen und Lehrburscheu), müssen von ihren Herren 
bei der Stadtkämmerei angezeigt werden, bei einer Brüche 
von 15 bis 30,$. 
Auch müssen hiesige Einwohner und Insten ihre Kinder, wenn die 
selben wegen ihres früheren Geburts- und Wohnorts ent 
weder schon in die Lageregifter eingetragen, oder als militair- 
pstichtig zu betrachten sind, bei einer Brüche von 15$ auf 
der Stadtkämmerei melden. «Auszug aus der am 20. De 
zember 1841 erlassen Armenordnung.) 
§ 77. Zur unentgeltlichen Versorgung des erkrankten Gesindes ist 
die Brodherrschaft nur in den ersten vier Wochen der Krank 
heit verpstichtet. Bei längerer Dauer der Krankheit muß 
beim Unvermögen der Dienstboten die Armencommission des 
Aufenthaltsortes zutreten und ist verpstichtet, den Dienstboten 
so lange zu versorgen, als die Dienstzeit durch Kündigung 
oder sonst in Gemäßheit der Gesindeordnung (8 22) rechtlich 
beendigt wird. Auch ist die Brodherrschaft befugt, die 
baaren Auslagen, welche ihr nach den ersten vier Wochen 
der Krankheit durch Annahme eures Stellvertreters erwachsen 
find, in dem laufende Lohne des Dienstboten zu kürzen.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.