Full text: Adressbuch der Stadt Kiel, der Brunswiek und Düsternbrook, nebst Verzeichniß sämmtlicher Hausbesitzer und Straßen, einer Uebersicht der öffentlichen Einrichtungen und Institute, einem Verzeichniß der Ortschaften und Güter der Umgegend, nebst Angabe, bei wem die dahin bestimmten Briefe und Packete hier abgegeben werden können, sowie einem empfehlenden Anzeiger für das Jahr 1867. (1867)

Anhang. 
269 
6. Feiertage Betreffendes. 
Wenn höherer Auslegung zufolge die Bestimmungen des 8 10 der 
Feiertage-Verordnung vom 10. März 1840 dahin zu ver 
stehen, daß nicht allein alles Kaufen während der Zeit des 
Gottesdienstes verboten sei, sondern daß auch die Waaren 
in sämnulichen Läden während solcher Zeit entweder durch 
Verschließen der äußern oder innern Fensterläden, durch Vor 
hänge oder durch Hinwegräumen vor den Fenstern den 
Blicken gänzlich entzogen werden — so wird Solches für 
den Polizeidistrict Kiel bei Vermeidung der gesetzlich ange 
drohten Strafen hiemit öffentlich bekannt gemacht. 
(Polizeibekanntmachung vom 21. Oktober 1842.) 
7 Gebühren beim Polizeigericht. 
Die eigentlichen Gerichtsgebühren wie beim Niedergericht, jedoch 
wird für jeden Termin 1 $ 12/2 bezahlt. Für jede Cita 
tion erhalten die Polizeidiener pro Person 4 ß. Der Ge 
richtsdiener erhält für Aufnahme und Entlassung eines 
Gefangenen, wenn überall die Kosten bezahlt werde», l 
12 ß, sowie der Polizeidiener in solchem Fall für die Arre- 
tirung 3 $. Für Aufwartung der Criminal- und Polizei- 
gefangenen erhält der Gerichtsdiener täglich 2 ß, sowie für 
jeden Gefangen an sog. Belgengelt täglich 2 ß an den 
Schließer bezahlt wird. Die Unterhaltung eines Gefangenen 
bei warmer Kost kommt jetzt, da die Beköstigung der 
theuren Preise der Lebensmittel, wegen erhöht worden , im 
Ganzen auf 12'/« ß zu stehen, bei Wasser und Brod auf 
7 ß. 
Das Poüzelgencht entscheidet in allen Jnzuriensachen, Streitigkeiten 
zwischen Herrschaften und Dienstboten und allen gegen die 
öffentliche Ordnung und Sicherheit streitenden Angelegen 
heiten. Bei demselben haben Kläger und Beklagte ihre 
Sachen selbst mündlich zu vertreten. 
8. Gesinde Betreffendes. 
(Auszug aus der Gesinde-Ordnung.) 
8 8. Zur Rechtsständigkeit des Gesindevertrags genügt eine münd 
liche Uebereinkunft zwischen der Dienstherrschaft und dem 
Gesinde, verbunden mit der Annahme des Gottes-PfenningS. 
8 12. Die allgemeinen Termine des Dienstwechsels sind der 1. Mai 
und 1.'November, sofern nicht andere Zu- und Abgangs 
zeiten vereinbart worden sind. 
8 22. Die allgemeinen Kündigungszeiten sind der 1. Februar und 
der 1. August. In jedem Falle aber drei Monate vor Ab 
lauf der Dienstzeit.
	        

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