Full text: Ueber einen Fall von Stillscher Krankheit bei einem zweijährigen Knaben

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4. Die aufgeführten Statistiken unserer Fälle sprechen 
für eine grössere Frequenz bei den Mädchen; diese 
auch bei den Erwachsenen vorherrschende Überzahl 
ist wohl eine Folge der besonderen Einflüsse^ denen 
das weibliche Geschlecht vom zartesten Alter bis zur 
Menopause durch die zahlreichen Congestionen des 
Geschlechtsapparates ausgesetzt ist. 
5. Es liegt klar zu Tage, dass die Vererbung als ätio 
logischer Moment eine grosse Rolle spielt, ln vielen 
Fällen besteht eine direkte Übertragung, aber in den 
meisten Fällen handelt es sich nur um eine Disposition 
des Organismus zu dieser Krankheit. Schlechte hygienische 
Verhältnisse, Armut, Kälte, Feuchtigkeit, Verletzungen, 
Überanstrengung, sogar infektiöse Keime spielen hier 
bei eine grosse Rolle und haben einen grossen Ein 
fluss auf den akuteren oder mehr chronischen Verlauf der 
Arthritis deformans. 
6. Beim Kind trifft man nicht nur die gewöhnliche 
Arthritis deformans, sondern noch eine besondere 
Form, so ähnlich, wie die Heberdeenschen Knoten. Der 
akute Verlauf ist im Kindesalter häufiger. Nur in dem 
sogenannten Jünglingsalter scheinen wie bei den Er 
wachsenen und Greisen zuerst die kleinen Gelenke 
befallen zu werden, denn mit 7 bis 10 Jahren scheinen 
gerade die grossen Gelenke befallen zu sein. 
7. Bei der Arthritis deformans der Kinder trifft man die 
selben mannigfachen Missbildungen, dieselben Kom 
plikationen von Seiten der inneren Organe, sogar 
auch alle die trophischen Störungen, wie sie bei Er 
wachsenen beschrieben sind. 
8. Die klinische Beobachtung und die Ätiologie der 
kindlichen Arthritis deformans lässt darauf schliessen, 
dass die Krankheit eine gewisse Beziehung hat zur 
Hysterie, der Basedowschen Krankheit, der Epilepsie, 
der Idiotie, dem Myxoedem, der Acromegalie, der 
Pagetschen Krankheit und andere.
	        
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