Full text: Ueber einen Fall von Stillscher Krankheit bei einem zweijährigen Knaben

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Status praesens bei der Entlassung 
am 11. November. 
Die Gelenke sind sämtlich dünner, besonders die Ellen 
bogengelenke, die Beweglichkeit ist grösser. Die Drüsen sind 
zwar noch deutlich palpabel aber lange nicht mehr so gross wie 
früher. Deutlich vergrössert sind noch: Die rechte Cubitaldrüse, 
beiderseits die Inguinaldrüsen, sehr wenig die Axillardrüsen. 
Die Milz ist eben palpabel, Herz und Lunge normal, Urin o. B. 
11. November bis 9. Dezember. Patient setzt die Stauung 
der Gelenke und die Einreibung mit Credescher Salbe fort und 
hat bei dieser Behandlung nach 4 Wochen 2 l h Pfd. zugenommen. 
Fieber ist nicht mehr aufgetreten. Der Stuhlgang ist andauernd 
normal, ohne schleimige Beimengungen und von normaler Farbe. 
Die Eltern berichten unterm 9. Dezember 1903, dass die 
Besserung täglich fortschreitet und auch die Gelenke weiter dünner 
werden. Die Hände und der Fuss sind zwar noch etwas dick, 
aber die Beweglichkeit ist viel grösser. Patient geht jetzt den 
Tag über im Zimmer umher und fängt auch bereits wieder an, 
sich zu bücken, was allerdings noch sehr schwer geht. An den Ellen 
bogen sind noch deutlich die Drüsen zu fühlen. Schlaf und 
Appetit sind gut. Aus einem mir freundlichst zur Verfügung ge 
stellten Bericht des Herrn Dr. Smidt-Apenrade entnehme ich fol- 
genden Status unter dem 11, August 1904: 
„Der Knabe ist jetzt vier Jahre alt und sieht auch dement 
sprechend aus, er ist wohlgenährt, wiegt 15 Kilo, hat gesunde, braune 
Gesichtsfarbe. Lunge und Herz ist gesund, ebenso die Verdauungs 
organe. Die einzigen Residuen der überstandenen Krankheit sind 
geringe Schwellung der beiden Handgelenke, links etwas mehr 
als rechts. Der Kopf ist auf der Halswirbelsäule nach allen 
Seiten frei beweglich, keine Steifigkeit des Nackens. Der Gang 
ist unbehindert und leicht, doch tritt noch etwas früh Ermüdung 
ein. Schmerzempfindung in den Gelenken ist nicht vorhanden.“ 
Die Krankheit ist nach dem Schlussbericht freilich noch 
nicht als vollständig abgeschlossen zu betrachten und wir werden 
trotz aller guten Fortschritte in der ganz erheblichen Besserung
	        
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