Full text: Zwey Reden, gehalten in den Versammlungen der vier vereinigten Freymäurerlogen in Hamburg

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ihn, der silberne Strahl des Monds, in heitern, 
herrlichen Nächten, gießt ihm nicht Empfindung ins 
Herz. Todt ist ihm die Schöpfung, todt er der 
Schöpfung. 
Wie hat doch alles für den weifen guten Manu 
eine andre Gestalt.' Wie ganz, wie unaussprechlich 
fühjt er die Freuden, die der Allliebende durch die 
Schöpfung verbreitet! In jedem Würmchen, in 
jeder Blume, in jedem Halm sieht er, empfindet er 
den Allgegenwärtigen. Rein ist sein Herz. Freude 
mancher guten That erfüllt es. Wie offen ist es 
jedem Eindruck, wie harmonisch mit dem Gefühl von 
Ordnung und Schönheit! Freude, hohe herrliche 
Freude, durchströmt ihn beymAnblick der herrlichen 
Schöpfung! Wie schön schufGott alles! Wie schön 
für ihn! Wie schmelzt sein Herz der gefühlte ent 
zückende Gesang der Nachtigall, wie weckt er sanfter, 
zärtlicher, göttlicher Liebe Gefühl in seinemHerzen! — 
O dann führe die Liebe ihm die Geliebte zu; dann 
feyre er in ihren Umarmungen, beym Anblick der 
Glanznacht, die Feyer der Schöpfung — und dann 
sag ihm ihr Blick, und dann sag ihr sein Blick, be 
redter als dieSprachc, das unaussprechliche Wonne 
gefühl des reinen, guten, liebenden Herzens! 
Werth ist er des Glücks, und nur weil ers werth 
ist, kann es sein Loos seyn. Ohne sein Herz, wie 
matt, wie leer, wie flüchtig wären seine Freuden 
durch sein Herz, wie rein, wie lebhaft, wie bleibend. 
Wäre es nicht Weisheit: ihm nachzuahmen, 
wenn auch nur Freude dieses Lebens sein Lohn wäre? 
Aber
	        

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