Full text: Zwey Reden, gehalten in den Versammlungen der vier vereinigten Freymäurerlogen in Hamburg

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Meine Brüder, lassen Sie uns hier die Weis, 
Heit des göttlichen Plans bewundern. Ohne Tugend 
konnten wir nicht glücklich seyn. Selbstliebe führt 
uns zur Tugend. Jeder Schritt führt uns weiter, 
macht uns glücklicher. Wir erfüllen den Plan des 
Ganzen, indem wir für unsre eigne, höchste Glück, 
seligkeit sorgen. Unsre Pflicht ist unser Glück. 
Immerhin sey der unvollkommne, lasterhaft« 
Geist in dem Besitz eines äußerlichen, zufälligen 
Glücks. Sein schimmernder Glanz ist fürwahr 
nicht beneidenöwerth. Er ist unglücklich, »veil er 
lasterhaft ist. 
Immerhin sey das Looü des Tugendhaften oft 
öusscrliches, zufälliges Unglück. Er ist Mensch, 
fühlt auch Schmerz, aber wie ein Traum fährt sein 
Schtnerz dahin, und macht den nicht unglücklich, 
der in sich selbst Len Grund seiner Glückseligkeit 
hat. 
Zwar ists wahr: der weise gute Mann fühle 
manchen Schmerz, den der Gefühllose, der Laster, 
hafte nicht kennt oder nicht so sehr fühlt. Jenen 
knüpfen mehr Bande an die menschliche Gesellschaft 
als diesen. Er sieht mehr Unglückliche, die seiner 
Hülfe bedürfen, fühlt ihr Elend, »»nd kann ihnen 
oft nicht helfen. Er hat einen Freund, der ihm sei» 
ne Freundschaft mit Undank lohnt. Er hat eine Ge, 
liebte, die ihn so warm, so innig liebt, in deren 
Armen er die ganze weite Welt so gern, so leicht ver, 
-ißt — und sie stirbt. Den Schmerz fühlt nur 
der
	        

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