Full text: Beitrag zur Kenntnis der Veränderungen an der Ureterenwandung bei Hydronephrose

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schnitte finden, ohne dass die Ringmuskulatur eine einheitliche 
Schicht darstellte. Im übrigen verhält sich der Schnitt wie e. 
Beim Vergleich der beiden Uretereu ist die starke Ver 
dickung des linken in die Augen fallend. Während der rechte 
fast den normalen entsprechende Verhältnisse darbietet, findet sich 
am linken vor allem eine starke Verdickung sämtlicher Schichten, 
am auffallendsten an der Adventitia, jedoch deutlich auch an der 
Mucosa und Muscularis nachzuweisen. Die eigentümliche Muskel 
versorgung, die auf dem Schnitte zu Tage tritt, der kurz vor dem 
Eintritt in die Blase am linken Ureter gemacht wurde (f), ist 
wohl nicht allein den von der Blase her unregelmässig herüber 
ziehenden Muskelfasern auf Rechnung zu setzen, sondern beruht 
aller Wahrscheinlichkeit nach auf der Neubildung muskulärer Ele 
mente. Nahe gelegt wird diese Annahme auch durch die That- 
sache, dass die Stärke der Muskelschichten im ganzen genommen 
auf der rechten Seite trotz der Vergrösserung des Lumens eher 
zugenommen, jedenfalls nicht abgenommen hat, ohne dass die ein 
zelnen Elemente etwa durch Bindegewebsvermehrung auseinander 
gedrängt worden wären, so dass nach Massgabe der übrigen 
Schnitte auf der linken Seite eine Vergrösserung der gesammten 
Muskelmasse stattgefunden hat. 
Fall II. (Kiel, pathologisches Institut). 
330. 74 J. Tod am 2. VII. 9*/4 vm. Sektion am 3. VII, 
1894. 10 Vm. 
Klinische Diagnose: Prostatahypertrophie mit starker 
Cystitis und Steinen bei ausgebildeten Trabekeln und Divertikeln 
der Blase. Am 13. VI. 1899. Vesectomia. 
Aus dem Sektionsbefund: Neuritis, Pneumonie, Herz 
atrophie, ausgedehnte Lungentuberkulose, Miliartuberkulose der 
Leber. Prostata hypertrophie, nekrotische Abstossungen am mitt 
leren Lappen, Blasensteine, Pyelonephritis. 
Die Ureteren bildeten beiderseits feste derbe, gelbliche 
Stränge mit dicker Wandung. Einschnürungen waren äusserlich 
nicht zu erkennen. Ihr Durchmesser betrug 9—10 mm. Zur Be 
arbeitung kamen 3 Schnitte aus dem rechten Ureter und ein 
Stück aus der Mitte des linken. Härtung in Formol und Alkohol, 
dann Füllung.
	        
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