17 
zu erhalten, sofort eine energische Nachbehandlung, die in 
aktiven und passiven Bewegungen, in Massage und Gymnastik 
besteht. Nur in ganz seltenen Fällen, nämlich dann, wenn 
es selbst in Narkose unmöglich ist, den Plattfuss zu redres- 
sieren, wird man sich dazu entschliessen, die Tenotomie der 
Achillessehne (nach Hoffa) oder gar der Peronäen (nach N. 
Smith) auszuführen, da dieselbe schon wegen der Schwächung 
der Muskulatur, die nach einer solchen Operation zurück 
zubleiben pflegt, äusserst gefahrvoll zu sein scheint. 
Ebenso selten wird man zu der supramalleolären Osteo 
tomie von Tibia und Fibula schreiten, die Trendelenburg 
besonders für den Plattfuss nach Malleolenfraktur und beim 
rhachitischen Plattfuss mit Einknickung der Tibiaepiphyse 
empfiehlt, schreiten. 
Dass man nur selten zu diesen eben genannten energischen 
Mitteln gezwungen ist, zeigt auch das Krankenjournal der 
hiesigen chirurgischen Poliklinik. Meist kam man mit den 
früher angeführten Mitteln (Massage und Gymnastik) aus. 
Einer der hier behandelten Fälle ist allein durch Massage, 
wenn auch nicht geheilt, so doch so gebessert worden, dass 
später nie wieder Beschwerden oder Schmerzen aufgetreten 
sind. Patientin, um die es sich hier handelt, war, als die 
Plattfussbeschwerden auftraten, ein 14 jähriges Mädchen. 
Sie wandte sich frühzeitig an die hiesige Poliklinik und 
wurde ihr zunächst Ruhe und Massage verordnet. Nach 
mehrwöchentlicher täglicher Massage Messen die Schmerzen 
nach. Auch die Beschwerden beim Gehen wurden im Laufe 
der Zeit geringer und geringer und liessen schliesslich ganz 
nach, so dass jetzt ein fast normaler Zustand vorhanden ist. 
Ich nehme nun in diesem Falle au, dass neben der 
günstigen Wirkung der Massage ein gut Teil des Erfolges 
auf Rechnung der Besserung des Allgemeinzustandes zu 
setzen ist, indem nämlich die Plattfussbeschwerden gleich 
zeitig mit dem Eintritt des Mädchens in die Pubertätszeit, 
die ja gerade beim Mädchen durch die ersten Menses ganz 
besondere ungewohnte Anforderungen an den Körper stellen, 
auftraten; später aber, als sich der Körper den veränderten 
Anforderungen angepasst und sich nach und nach wieder
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.