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Die Angehörigen heben besonders hervor, wie gute 
Dienste die Einlagen gethan hätten. 
IV. 19. IV. 1894. Karl B., 3 Jahre alt. Neben links 
seitiger Atrophie und Lähmung der Unterschenkelmuskulatur 
infolge spinaler Kinderlähmung besteht rechts hochgradiger 
Plattfuss. 
Therapie: Stiefel mit Einlage — 1 Va Jahr getragen. 
16. IV. 1899. Die Plattfussbeschwerden sind beseitigt. 
Der Fuss ist wohlgebildet. 
Der gleiche gute mit Einlagen erzielte Erfolg ist noch 
für eine weitere Zahl hier behandelter Fälle zu verzeichnen, 
deren Krankengeschichte ich aber wegen ihrer Gleichartigkeit 
anzuführen nicht für nötig halte. 
Wenn nun Fälle Vorkommen, in denen diese eben ver- 
zeichnete Therapie nicht zur Zufriedenheit ausgefallen ist, 
wie dies die oben berichtete Krankengeschichte des Karl M. 
zeigt, der ziemlich frühzeitig mit Plattfussstiefeln und Ein 
lagen begonnen hat und doch heute noch gezwungen ist, 
solche zu tragen, so hat das meist in irgend welchen Neben 
umständen seinen Grund. Für den eben genannten Fall 
möchte ich folgendes annehmen. 
Das Kind litt, als die Mutter das Bestehen von Platt 
füssen bemerkte, an hochgradiger Rhachitis. Es ist nun 
wahrscheinlich, dass entsprechend dem hohen Grade der 
Rhachitis auch die Deformität des Fusses eine sehr hochgradige 
gewesen ist und infolge dessen die Rückbildung auf um so 
grössere Schwierigkeiten stiess. Ferner liegt es ja nahe, 
anzunehmen, dass die Einlagen damals nicht in der richtigen 
Weise gemacht sind und infolge dessen ihren Zweck verfehlt 
haben. Unterstützt wird diese letztere Annahme durch die 
Angabe der Mutter, welche erklärte, dass erst nach dreimaligen 
Versuchen Stiefel angefertigt wären, die das Kind hätte 
vertragen können. 
Jedenfalls möchte ich aber, mit Rücksicht auf die oben 
erwähnten günstigen Resultate, den Einlagen, die von den 
verschiedensten Seiten als unzweckmässig verworfen werden, 
an dieser Stelle das Wort sprechen. Sie haben vor allem 
auch den grossen Vorzug, dass sie das einfachste und billigste
	        

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