Full text: Best's practisches Handbuch für Radfahrer und solche, die es werden wollen

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reicht man dadurch, dass man sich durch schon von 
weitem gegebenes wiederholtes massiges Klingeln avisirt. 
Diese massigen Glockenzeichen sind, wenn überhaupt ge 
klingelt werden muss, die besten. Wenn es natürlich 
nicht anders geht, kann man auch einmal von dieser Kegel 
abgehen. Hat der Radfahrer Augen und Ohren offen und 
ist hübsch höflich und etwas politisch dabei, so kommt 
er auch nicht so leicht in Streit mit dem Publicum. 
Man kann meistens auf der Tour schon etwaiges feind 
liches Verhalten entgegenkommender Passanten wahr 
nehmen. Hier muss man die Taktik verfolgen, so lange 
natürlich wörtliche oder thätliche Angriffe noch nicht er 
folgt sind und man nur aus den Geb erden der Betreffenden 
Feindseligkeiten wahrzunehmen glaubt, denselben einfach 
im Vorbeifahren höflich einen Gruss zuzurufen; die Leute 
sind dann meistens, wenn sie auch Böses im Schilde führten, 
verdutzt, erwidern den Gruss und der Kadler ist wie der 
Blitz an ihnen vorüber, ehe sie sich recht besinnen können. 
Keineswegs jedoch soll dabei der echte deutsche 
Kadler feige sein. Hat man es mit wirklichen Rowdies 
zu thun, welche uns durchaus nicht in Ruhe lassen wollen, 
dann gehe man energisch vor. Durch sofortiges ener 
gisches Auftreten imponirt man Leuten dieser Art am 
besten. Wenn es jedoch irgend sein kann, vermeide man 
jedes Rencontre. 
Militair-Radfahrer. 
In fast allen Armeen Europas ist dienstlich das Rad 
fahren eingeführt, In der preussischen Armee sind haupt 
sächlich während der Manöver 1893 damit Versuche ge 
macht und günstige Resultate erzielt worden. Die Militair- 
Radfahrer konnten vermöge der Pneumaticreifen den Ba 
taillons - Oommandeuren über Aecker, Wiesen und durch 
Haine folgen, und ist man in Offleierkreisen vollkommen 
von der Wichtigkeit des Fahrrades überzeugt. Zum 
Ueberbringen von Depeschen etc. eignet sich in den
	        

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