Full text: Zur Kenntniss der isomeren Nitro-α-Naphtylamine

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») B. XTX. 338. 
man die langen, hellen Nadeln des überschüssig entstehenden 
p-Nitroacetnaphtalids. 
Die Ausbeute beträgt bis zu 75 °/o der Theorie. 
Im weiteren Verlauf der Arbeit wurde stets dieser Weg 
zur Erlangung der Nitroacetnaphtalide eingeschlagen, weil er 
rascher zum Ziel führt, geringere Vorsicht bei der Operation er 
fordert und vor allem das gewünschte Produkt ohne Weiteres 
in einer, zur weiteren Verarbeitung hinreichend reinen Form liefert. 
Trennung der isomeren Nitroacetnaphtalide: 
Zur Trennung der isomeren Nitroverbindungen von ein 
ander, resp. zur Zerlegung der Molekularverbindung in ihre Kom 
ponenten, wurde der auf den Klee mann’sehen Beobachtungen 
beruhenden, von Professor Witt aufgefundenen Vorschrift ge 
folgt, welche das gewünschte Ziel schnell und sicher zu er 
reichen gestattet. 
Das Verfahren gestaltet sich wie folgt: 
100 gr des Gemisches der beiden Nitrokörper wurden mit 
300 ccm Alkohol übergossen, langsam und unter Umschwenken 
200 ccm 30prozentige Kalilauge zugegeben und 24 Stunden in 
der Kälte stehen gelassen. 
Zunächst lösen sich beide Nitroacetnaphtalide in der Kali 
lauge zu einer dicken blutroten Flüssigkeit auf, indem das Amid 
wasserstoffatom unter dem acidificierenden Einfluss der Nitro- 
gruppe negativen Charakter annimmt u ). Nach einiger Zeit aber 
tritt dann Verseifung der Paraverbindung ein. 
Das entstehende Paranitronaphtylamin ist in verdünntem 
Alkohol nur wenig löslich und krystallisiert daher in grossen 
braunen Nadeln aus, während das Orthonitroacetnaphtalid in Form 
seines Kaliumsalzes in der Flüssigkeit gelöst bleibt und durch 
Filtration abgesondert werden kann. 
Die Mutterlauge wird nach dem Absaugen mit ihrem zwei 
fachen Volumen Wasser versetzt, wodurch noch etwas Para Ver 
bindung ausfällt. Im Ganzen erhält man 3 /b von der Gesammt- 
menge des nietrierten Gemisches an Paraverbindung. Dieselbe
	        

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