Full text: Über die Compensatio lucri cum damno

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sieren kann, wie sollte es dann der Mandatar dürfen, dem jede 
einzelne Handlung aufgetragen worden ist! — 
Fraglich mag erscheinen, ob der Generalmandatar ebenso 
zu behandeln ist, wie ein gewöhnlicher Mandatar. 
Obwohl dem Generalmandatar nicht eine Summe von vorne- 
herein bestimmter Geschäfte aufgegeben ist, muss auch ihm die 
Befugnis, zu kompensieren, versagt werden. — M. E. können 
hierfür die oben besprochenen 11 25 und 26 pro socio unbedenk 
lich als Beweisstellen angeführt werden. Cujacius sagte: Non 
est statuenda differentia inter negotia gesta et societatem. Das 
selbe gilt von Mandat und Societät. — Der Generalmandatar 
hat nach pflichtmässigem Ermessen und den Grundsätzen einer 
ordentlichen Verwaltung im Interesse des Auftraggebers zu han 
deln. — Der Umstand, dass ihm nicht von vorneherein vor 
gezeichnet ist, welche Handlungen er vorzunehmen hat, könnte 
nur dann den Gedanken an eine c. 1. c. d. nahelegen, wenn sich 
die Verpflichtung eines Generalmandatars darin erschöpfte, das 
Vermögen des Mandanten auf der gegenwärtigen Höhe zu erhalten. 
Seine Aufgabe geht weiter: auch wenn er (innerhalb der Grenzen 
des Auftrags handelnd) das Vermögen des Prinzipals (auf redlichem 
Wege) innerhalb eines Jahres verdoppelt, thut er nichts, was 
nicht in dem Auftrag mit inbegriffen wäre: Vertretung der 
Interessen des Prinzipals nach besten Kräften. Non ob eam rem 
minus ad periculum procuratoris pertinet, quod neglegentia eius 
perisset, quod in plerisque aliis industria eius res mandatoris 
aucta fuisset 1 ). — Man könnte daran denken, dem General 
mandatar im selben Umfang wie dem Vormund das beneficium 
compensationis 1. c. d. insoweit zukommen zu lassen, als sich 
seine Thätigkeit auf die durch die Umstände angezeigte Kre 
ditierung von Kapitalien erstreckt hat. — Aber der General 
mandatar befindet sich nicht in derselben Lage wie der Vormund: 
er hat sein Amt freiwillig angetreten; der Vormund muss die 
Vormundschaft und damit die Verpflichtung, das Mündelgeld ver 
zinslich anzulegen, übernehmen, er mag wollen oder nicht; ein 
Umstand, der, wie wir sahen, für die Entscheidung der 1 16 
D 26, 7 sicherlich massgebend gewesen ist. Überdies thut wohl 
der Vormund, nicht aber der Generalmandatar mehr, als er muss 
') Vgl. 1 25 pro socio.
	        
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