Full text: Über die Compensatio lucri cum damno

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Die vorstehenden allgemeinen Sätze werden nunmehr bei 
der Besprechung der das Gebiet der c. 1. c. d. angrenzenden oder 
demselben angehörigen Quellenstellen zur Anwendung gebracht 
werden. 
Windscheid weist in seiner Besprechung der c. 1. c. d. auf 
die 1 1 7 § 6 und 16 D 26, 7 hin. 32 ) 
Folgen wir dieser Wegweisung. — Die 1 7 § 6 cit. lautet: 
„Si tutor pecuniam pupillarem suo nomine foeneravit, ita demum 
cogetur usuras quas percepit praestare, si suscipiat pupillus cetero 
rum nominum periculum.“ 
In erster Linie ist der dieser Stelle zu Grunde liegende 
Thatbestand klarzulegen; die erste Frage ist daher: 
Was hat man sich unter dem „suo nomine foenerari“ zu 
denken? Die Antwort ist zu entnehmen aus 146 §2D 26, 7: 
.,Tutorem, qui pecuniam pupiillarein quamvis suo nomine foene 
ravit, non videri contra constitutiones fecisse, quae prohibent 
pecuniam pupillarem in usus suos convertere.“ — Der Vormund 
darf die Mündelgelder nicht in usus suos convertere: „Pecuniae, 
quam in usus suos converterunt tutores, legitimas usuras 
praestant“ (1 7 § 4 D h. t). Verwendung in usus suos ver 
pflichtete den Vormund zur Zahlung der höchsten Zinsen. 33 ) 
Was versteht man nun unter „in usus suos convertere“? 1 54 
D h. t. sagt: Wenn sich der tutor von seinen Kontutoren Mündel 
geld leiht und landesübliche Zinsen verspricht, dann braucht er 
nicht maximas usuras zu zahlen, d. h. dann liegt kein in usum 
suum convertere vor; denn hier „sibi non consumpsit (sclc. pecu 
niam) nec clam nec quasi sua pecunia licenter abutitur, et, nisi 
his usuris a contutore mutuum ei daretur, aliunde accepisset: et 
multum refert, palam aperteque debitorem se ut extraneum et 
quemlibet faceret pupillo, an sub administratione tutelae pupillique 
utilitate latente sua commoda pupilli pecunia iuvaret.“ — Wenn 
der Vormund sich von seinem Mitvormund Pupillengeld leiht, 
dann liegt in einem gewissen Sinne auch ein in usum suum 
convertere vor, denn der Vormund gebraucht doch das Pupillen 
geld und zwar gebraucht er es vielleicht zu gewinnbringenden 
ss ) II § 258 Anm. 4 a. E. vbd. § 439 Anm. 7 a. E. 
3S ) Also dazumal zur Zahlung von 12%; vgl. 1 87 D 3, 5: sed quas 
usaras debebit . . . . u. s. w. (legitimae usurae = maximae usurae), und 
1 54 D h. t.
	        
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