Full text: Über die Compensatio lucri cum damno

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des damnura kommt für die c. 1. c. d. nur insofern in Betracht,, 
als das Interesse, das damnum der Minuendus zum hierum als 
Subtrahend ist. Für die Frage dagegen, ob ein lucrum zu 
subtrahieren sei, ist der Umfang des Interesses irrelevant. 
Andererseits kann kein Zweifel darüber obwalten, dass in 
gewissen -Fällen für den Umfang des Schadensersatzes das 
Mass der Verschuldung sehr wohl von Einfluss ist; in gewissen 
Fällen ist bei geringerer Intensität des Verschuldens nicht das 
Interesse, sondern weniger zu leisten. — Diese Thatsache 
ist für die Lehre von der c. 1. c. d. bedeutsam: Hat doch auch 
derjenige, der sich des beneficium compensationis 1. c. d. erfreut, 
nicht das Interesse, sondern weniger zu leisten. 
Der Gedanke liegt nahe, dass auch die in der c. 1. c. d. 
liegende Beschränkung des Schadensersatzes nur dann angängig 
sei, wenn dem Verpflichteten nur ein geringes Verschulden oder 
überhaupt kein Verschulden zur Last fällt. Wenn sich der Thäter 
dolus oder culpa lata hat zu Schulden kommen lassen, dann ist 
in der Tliat nicht ersichtlich, weshalb man ihm das beneficium 
compensationis 1. c. d., und damit ein von der schädigenden That 
sache gänzlich unabhängiges lucrum zu gute kommen lassen, ihn 
von der Verpflichtung, den ganzen Schaden zu ersetzen, ent 
binden und den Geschädigten mit einem teilweisen Ersätze 
abiinden sollte. — Nur ausnahmsweise und unter besonderen 
Voraussetzungen ist die c. 1. c. d. zulässig 17 ); und eine dieser 
Voraussetzungen ist die, dass den Verpflichteten entweder nur 
ein geringes Verschulden oder gar kein Verschulden trifft 111 ). 
Diese Behauptung findet in einigen alsbald zu besprechen 
den Quellenstellen eine Stütze. Immerhin könnte man an der 
Bedeutung des Schuldmoments in Ansehung der Kompensation 
zweifehl, wenn sich nicht, wie bereits erwähnt, der Einfluss des 
Schuldgrades auf den Umfang des Schadensersatzes auch in 
anderer Weise offenbarte: 
Nach 1 13 pr. D 19, 1 hat derjenige, der krankes Vieh 
ohne Kenntnis von der Krankheit verkauft hat, den Schaden 
nur insoweit zu ersetzen, quanto minoris (emptor) esset empturus, 
17 ) S. oben S. 23 oben. 
18 ) Ob die Kompensation nur bei kasuellem oder auch schon bei 
kulposem Schaden stattfinden darf, das richtet sich nach der Natur des. 
konkreten Falles.
	        
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