Full text: Über die Compensatio lucri cum damno

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1 11 pr.; der eine Unterschied ist der: In der 111 § 1 ist der 
Beamte kein freier Mann, sondern ein Sklave. Daraus folgt, 
dass die usurae, die sich der Verwalter hat versprechen lassen 
ipso iure rei publicae deheantur, und, wenn sie eingezogen werden, 
sofort ins Eigentum des Staates kommen, — eine für den Ver 
walter sehr missliche Folge seiner Eigenschaft als Sklave. — 
Dem freien Verwalter gegenüber ist er sehr im Nachteil. Das 
soll nicht sein, sagt die 1 11 § 1, die Lage des Sklaven soll 
wenigstens annähernd dieselbe sein, wie die des Freien; der 
Staat soll sich die Zinsüberschüsse, die ihm bei dem einen 
Kapital zugekommen sind (lucrum), aufrechnen lassen, wenn er 
wegen der bei einem anderen Kapitale erwachsenen Verluste 
Schadensersatz verlangt. Die wahre eichte c. 1. c. d.l Die 
Konstatierung dieses Kompensationsfalles hat für uns auch nicht 
den geringsten Wert, d. h. er ist singulär und Igiebt uns keine 
Möglichkeit, aus ihm irgend ein Prinzip abzuleiten. Das kommt 
daher, dass die c. 1. c. d. der 1 11 § 1 nur ein Notbehelf ist, 
um die Lage des unfreien Verwalters derjenigen des Freien an 
nähernd gleich zu gestalten. Die Kompensation der 1 11 § 1 
soll also annähernd die Resultate der 111 pi\ herstellen, Resultate, 
die auf nichts weniger, als auf einer c. 1. c. d. beruhen 
Es erübrigt noch, den m. E. überflüssigen Satz: „si non sit 
parata res publica universorum debitorum fortunam suscipere“ 
zu prüfen, weil er geeignet ist, ein falsches Licht auf die vor 
geschriebene c. 1. c. d. zu werfen. Wenn der Staat die Gefahr 
sämtlicher nomina übernimmt, also auf Schadensersatz ver 
zichtet, dann fallen ihm selbstverständlich die Zinsüberschüsse 
zu. Und wenn er auf Schadensersatz klagt? Dann fallen sie 
ihm ebenfalls zu: ipso jure usurae rei publicae debentur. 
Nur muss er sie sich aufrechnen lassen; übersteigt der Zins 
überschuss den Schaden, so verbleibt das plus dem Staat, 
nach wie vor. Wenn das plus dem Sklaven zufiele, dann läge 
ja gar keine Kompensation, keine Aufrechnung vor. Die Kom 
pensation vorschreiben und diese dann an die Bedingung knüpfen, 
dass der Staat nicht die Gefahr aller nomina übernimmt, das ist 
ein Unding 8 ). Wenn mit der compensatio der 1 11 § 1 wirklich 
8 ) Wenn der Staat die Gefahr aller nomina übernimmt, also auf 
Schadensersatz verzichtet, was ihm natürlich jederzeit freisteht, dann ist 
eine c. 1. c. d. ja schon begrifflich ausgeschlossen.
	        
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