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Vergleichung der Blattformen beider Familien.
Unsere Ausführungen sind im speciellen Theile desshalb so sehr
auf die Einzelheiten eingegangen, um zu zeigen, dass trotz der augen
fälligen Verschiedenheiten der Blattgestalten unter einander doch
andererseits innerhalb der beiden Familien, jede für sich betrachtet,
eine gewisse Einheitlichkeit der Formen nicht zu verkennen ist. Nach
dem dieser Nachweis gelungen, treten an uns bei der Gegenüber
stellung der beiden Pflanzenabtheilungen andere Aufgaben heran, vor
nehmlich die, ob sich in beiden einander entsprechende Typen finden
lassen, sodann, als Ergänzung dazu, die Darstellung von Formen, die,
der einen Familie eigenthümlich, in der andern kein Gegenstück
haben. Als ein weiterer Gesichtspunkt ist die Frage nach der Häufig
keit der betr. Typen und ihrer Vertheilung in den natürlichen Gruppen
beider Familien zu nennen. Nicht zu unterschätzen wird endlich der
Hinweis auf solche Formen sein, die beiden Familien fehlen und die
uns desshalb auf die Grenzen, in denen sich unser gesammter Vergleich
bewegt hat, aufmerksam machen.
Wie bereits ein flüchtiger Rückblick lehrt, ist in der That eine weit
gehende Uebereinstimmung zwischen den beiderseitigen Formen vorhan
den. Nehmen wir zunächst die einfachen, ungetheilten, fingernervigen
Gestalten vor, um welche sich in unseren Specialbetrachtungen die
übrigen Formen nach den verschiedensten Seiten hin gruppirten.
Unter den Ranunculaceen sind die bekanntesten Beispiele Ficaria,
Caltha palustris, R. cassubicus, von Umbelliferen ist eine grosse An
zahl aus verschiedenen Gruppen zu nennen: Hydr. asiatica, Eryng.
thorifolium, alpinum u. a., Spananthe, Pozoa coriacea, Pimpinella
rotundifolia, die Primärblätter zahlreicher Umbelliferen.
Wie erinnerlich, machten wir bei Caltha palustris auf die grosse
Variabilität in der Ausbildung des Blattrandes an dieser einen Species
aufmerksam. Tiefe und scharfe Kerbzähne der einen Form waren
bei einer andern durch plattgedrückte, kaum bemerkbare Kerben ver
treten. Wir erkannten aus diesen Schwankungen innerhalb derselben
Art die geringe Bedeutung der verschiedenartigen Ausgestaltung eines
mit gleich grossen Kerbzähnen versehenen Blattrandes für unsere Betrach
tung. Unter den soeben genannten Formen sind in beiden Familien pa
rallel die gleichen Erscheinungen wie bei Caltha palustris im Variations
bereich der einen Art. Der Ficaria ranunculoides mit platten und
seichten Kerben entsprechen Hydr. repanda, asiatica und Eryng.
dichotomum. Die Mehrzahl besitzt dagegen scharf gesägte Ränder,
es möge genügen, hier dem Ran. cassubicus Eryng. alpinum und
Pimpinella Candolleana als in dieser Hinsicht einander ähnlich gegen
über zu stellen. Bei den Ranunceln und den Doldenträgern können
an Stelle von tief herzförmigen, einfachen Blättern bei einzelnen
Arten peltate auftreten. Auf diese letzteren werden wir noch aus
führlicher zurückkommen.
Weiter trifft unser Blick die einfachen Blätter mit vorherrschender
Längserstreckung. Interessant ist der Umstand, dass beide Familien
an verschiedenen Stellen Typen mit parallelnervigen Grasblättern
G. Bitter, Inaug.-Diss. 8

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